Letztes Update am Mi, 06.12.2017 10:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gefahr

Hochrisikozeit für Verbrennungsunfälle von Kindern

Kinderhaut ist deutlich dünner als die Haut von Erwachsenen, weshalb Verbrühungen und Verbrennungen oft schwerwiegende – mitunter sogar tödliche – Folgen haben.

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Wien – Jährlich müssen rund 2700 Kinder wegen Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle im Krankenhaus behandelt werden, besonders gefährdet sind Mädchen und Buben unter vier Jahren. Die kalten Wintermonate gelten als Hochrisikozeit: Bis Ende Jänner sind täglich bis zu zehn Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle bei Kindern zu erwarten, warnte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Mittwoch.

Der diesjährige „Tag des brandverletzten Kindes“ steht unter dem Motto „Kinderhände weg von heißen Flächen“. „Die meisten Unfälle mit heißen Flächen könnten ganz einfach vermieden werden, etwa durch den Einsatz moderner Küchengeräte mit Inbetriebnahme-Sperren und Verriegelungsfunktionen“, betonte KFV-Direktor Othmar Thann. Im Umgang mit dem Herd empfiehlt das KFV, diesen durch ein Schutzgitter abzuschirmen und vorzugsweise die hinteren Kochfelder zu benützen. Die Griffe von Töpfen und Pfannen sollten zur Wand gedreht, so dass sie für Kinder nicht erreichbar sind.

Kinderhaut ist deutlich dünner als die Haut von Erwachsenen, weshalb Verbrühungen und Verbrennungen oft schwerwiegende Folgen haben. Trifft eine heiße Flüssigkeit mit 65 Grad Celsius nur eine halbe Sekunde auf die Haut eines Kindes, kann sie sogar Verbrennungen dritten Grades verursachen. „Besonders die Gefahr von heißen Flüssigkeiten wird häufig unterschätzt, obwohl etwa 50 Prozent der thermischen Verletzungen Verbrühungen sind“, berichtete Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Klinikum Graz.

Der Inhalt einer einzelnen Tasse Tee reicht dem Mediziner zufolge aus, um eine Verbrühung von rund 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verursachen. Verbrennungen im Ausmaß von zehn Prozent können für Kleinkinder tödlich enden. (APA)

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