Letztes Update am Do, 28.12.2017 17:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zillertal

Lawine im Zillertal ausgelöst: Brüderpaar 120 Meter mitgerissen

Zwei junge Deutsche hatten bei einem Lawinenabgang am Donnerstagvormittag im Skigebiet Hochzillertal Glück. Beide wurden verschüttet, konnten jedoch relativ rasch aus den Schneemassen befreit werden. Auch viele unbeteiligte Wintersportler halfen mit.

Der Rettungshelikopter über dem Lawinenkegel.

© ZOOM.TIROLDer Rettungshelikopter über dem Lawinenkegel.



Kaltenbach – Direkt neben der Skipiste hat sich am Donnerstagvormittag im Gebiet Hochzillertal ein Lawinenabgang ereignet, bei dem zwei junge Burschen aus Deutschland komplett verschüttet wurden. Die Brüder (16 und 19) konnten zum Glück rechtzeitig aus den Schneemassen befreit werden. Beide waren mit Notfallausrüstung und der Jüngere zudem mit einem Lawinenairbag ausgestattet.

Gegen 10 Uhr fuhr zunächst der ältere Bruder in den Nord-Ost-Hang im Bereich der „Schafköpfe“ ein und wartete rund 60 Meter weiter unten auf den 16-Jährigen. Dieser löste durch einen seitlichen Schwung ein Schneebrett von etwa 30 Metern Breite aus, das beide Skifahrer rund 120 Meter mitriss. Der jüngere Bruder konnte noch rechtzeitig seinen Lawinenairbag aktivieren.

Unterkühlt, aber ansprechbar

Beim Eintreffen der Rettungskräfte wurde von unbeteiligten Wintersportlern bereits nach den Verschütteten gesucht. Der 16-Jährige konnte nach zirka fünf Minuten aus einer Verschüttungstiefe von rund 80 Zentimetern freigelegt werden. Der 19-Jährige wurde mittels Lawinensuchgerät geortet und konnte nach etwa 15 Minuten befreit werden.

Beide waren unterkühlt, aber ansprechbar. Die unbestimmten Grades verletzten Burschen wurden mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Schwaz geflogen, wo sie stationär aufgenommen wurden.

An dem Einsatz waren zudem ein Polizeihubschrauber, zwei Hundeführer, vier Pistenretter, zwei Liftbedienstete, zwei Alpinpolizisten und etwa zwanzig zufällig vorbeikommende Wintersportler beteiligt. (TT.com)