Letztes Update am Do, 04.01.2018 07:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sturm Burglind

Wintersportler saßen in Kitzbühel fest: Sturm legte Bahn lahm

Die Hornbahn in Kitzbühel war nach einer Windböe außer Gefecht gesetzt. Die Evakuierung verlief problemlos.

© Werlberger Bergretter des Bezirks Kitzbühel und die Feuerwehr rückten aus, um die Wintersportler aus den Gondeln zu bergen.



Kitzbühel – Es waren bange Minuten, die gestern 24 Wintersportler in Kitzbühel erlebt haben. Eine Sturmböe hatte eine Gondel so zum Schwingen gebracht, dass sie sich bei der Einfahrt in die Mittelstation verkeilte. „Wegen des Windes waren wir gerade dabei, alle Wintersportler ins Tal zu bringen, als der Defekt auftrat“, schildert Bergbahn-Kitzbühel-Vorstand Sepp Burger. Die zweite Sektion der Bahn konnte noch leergefahren werden, die erste hingegen stand nach dem Vorfall.

Bergretter des Bezirks Kitzbühel und die Feuerwehr rückten aus, um die Wintersportler aus den Gondeln zu bergen.
- Harald Angerer

Es folgte ein Großalarm für die Bergrettungen im Bezirk Kitzbühel, das Rote Kreuz und die Feuerwehren Kitzbühel und Kirchberg. Zu Beginn war nämlich unklar, wie viele Personen sich noch in den Gondeln befanden. Die Bergretter machten sich deshalb zu Fuß und mit ihren Einsatzfahrzeugen auf, die eingeschlossenen Wintersportler aus ihren Gondeln zu befreien. „Wir wurden sehr rasch informiert, was passiert ist“, schildert eine Frau aus Niederösterreich, die gerade mit ihrer Familie Urlaub in Kitzbühel macht. Etwa eineinhalb Stunden musste sie mit ihrer Tochter und ihrem Mann auf die Rettung warten. „Das war schon grenzwertig, aber wir waren ja glücklicherweise zu dritt“, erzählte die Frau der TT.

Ein weiterer Gast aus Oberösterreich lobt den Einsatz. „Die Bergung verlief hoch professionell und reibungslos“, schildert der Skifahrer, der ebenfalls aus der Gondel abgeseilt wurde. Und auch ein Paar aus Russland lobte den Bergungseinsatz. „Die Information war sehr gut und wir hatten eigentlich nie Angst“, betonen die beiden Urlauber.

Nach lediglich zwei Stunden und zehn Minuten war der Einsatz für die Betroffenen und die Rettungskräfte schon beendet. „Hier zeigt es sich, wie wichtig die Übungen im Sommer sind, bei denen wir genau solche Bergungen üben“, sagt Bergbahnchef Sepp Burger, und auch die Bergretter konnten sich über einen reibungslosen und sehr unaufgeregten Einsatz, der ohne Verletzte über die Bühne ging, freuen.

Wie hoch der Schaden an der Bahn ist, lässt sich laut Burger noch nicht beziffern. Auch wann sie wieder fahren kann, ist unklar, das wird heute eine Untersuchungskommission festlegen. (aha)

- Harald Angerer