Letztes Update am Do, 04.01.2018 21:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Toter bei Lawinenabgang in Ischgl, Liftspur im Stubaital verschüttet

Im Skigebiet Ischgl starb ein 43-Jähriger bei einem Lawinenabgang. Ein 22-Jähriger kam in Ischgl bei einem Sturz ums Leben. Am Stubaier Gletscher donnerte eine Lawine auf eine Schleppliftspur, laut ersten Informationen wurde niemand verschüttet.

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© TT/Thomas BöhmSymbolfoto.



Imst – Gegen 13.45 Uhr wurden am Donnerstag bei einem Lawinenabgang im Skigebiet Ischgl drei Wintersportler aus Tschechien verschüttet – für einen der Männer kam jede Hilfe zu spät.

Nach Angaben der Bergbahnen waren die drei Urlauber auf dem Weg in Richtung einer wegen Lawinengefahr gesperrten Piste. Als die Skifahrer im Bereich des Talgrundes im Velilltal waren, löste sich am Gegenhang ein Schneebrett und erfasste die Urlauber. Ein 43-Jähriger wurde laut Polizei etwa 1,6 Meter tief verschüttet. Seine beiden 36-jährigen Begleiter wurden ebenfalls verschüttet, konnten sich aber selbst aus den Schneemassen befreien und blieben unverletzt. Gemeinsam mit einem weiteren Begleiter, der auf einem anderen Hang unterwegs gewesen war und die Rettung alarmierte, suchten die Männer nach ihrem verschütteten Kollegen. Nach rund zehn Minuten schlug das Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS) an und die Skifahrer konnten den 43-Jährigen lokalisieren. Nach 15 Minuten hatten die Tschechen ihren Freund ausgegraben – der Mann war jedoch nicht mehr ansprechbar und sämtliche Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Als die Einsatzkräfte eintrafen, konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Seine Leiche wurde mit einem Pistengerät ins Tal gebracht. Die Überlebenden wurden von Berg- und Pistenrettung aus dem Gefahrenbereich geborgen und anschließend ebenfalls ins Tal gebracht.

22-Jähriger brach tot auf Piste zusammen

Kurz zuvor wurden die Pistenretter mit einem weiteren tragischen Todesfall konfrontiert. Zwei Schweizer Brüder fuhren im freien Skiraum in einem Waldgebiet von der Bergstation der Bodenalpbahn in Richtung Fimbatal. Als der Vorausfahrende bemerkte, dass sein Bruder ihm nicht mehr folgte, blickte er sich um und sah den 22-Jährigen reglos im Schnee liegen.

Über seine Eltern verständigte der Schweizer die Pistenrettung. Gemeinsam mit einem Arzt versuchten die Retter, den jungen Urlauber zu reanimieren – ohne Erfolg. Laut Polizei war der junge Mann ohne Fremdeinwirkung gestürzt und dürfte sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen haben. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat eine Obduktion angeordnet.

Lawine verschüttete Schleppliftspur im Stubaital

Gegen 15 Uhr ging am Gaisskarferner am Stubaier Gletscher eine Lawine ab und verschüttete Teile der Schleppliftspur. Der Lift war zwar im Betrieb, wegen des schlechten Wetters waren aber nur wenige Wintersportler unterwegs. Bei dem Vorfall dürfte niemand verschüttet worden sein, eine Suchaktion verlief negativ.

In Tirol herrschte am Donnerstag eine kritische Situation. Die Lawinenwarnstufe 4 wurde ausgegeben. (TT.com)