Letztes Update am Fr, 16.02.2018 07:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Reutte

17-Jährige starb bei Unfall: Trauer nach Drama im Plansee

Nach dem Sturz eines Autos in den Plansee kam es in der Nacht auf Donnerstag zur Tragödie. Für eine 17-jährige Schülerin kam jede Hilfe zu spät. Die Unfallursache ist unklar.

© Mittermayr HelmutDer Pkw wurde am Donnerstagnachmittag geborgen.



Breitenwang – Fassungslosigkeit. Bestürzung. Tiefe Trauer. Anders konnte man die Stimmung im Großraum Reutte gestern nicht beschreiben. Nach dem Sturz eines Autos in den Plansee war in der Nacht auf Donnerstag eine 17-jährige Schülerin gestorben. Der genaue Unfallhergang war auch gestern noch nicht zur Gänze geklärt.

Rückblende. Mittwochabend gegen 23.40 Uhr lenkte ein 20-jähriger Österreicher seinen Pkw auf der Plansee-Landesstraße im Gemeindegebiet von Breitenwang in Richtung Reutte. Mit im Auto: eine 17-jährige Einheimische auf dem Beifahrersitz und eine gleichaltrige deutsche Staatsbürgerin auf dem Rücksitz. In einer leichten Rechtskurve verlor der Lenker dann die Kontrolle über das Fahrzeug und der Wagen stürzte mehrere Meter in den See, durchschlug das Eis und versank vollständig. Der Lenker und das Mädchen auf dem Rücksitz konnten sich selbst aus dem Auto befreien. „Der Lenker lief danach völlig durchnässt bei minus 13 Grad zum einzigen Haus in der Gegend, um die Rettungskette zu alarmieren. Das Mädchen wurde von einem vorbeikommenden Autofahrer aufgelesen“, schilderte Markus Kapeller von der Polizei Reutte die dramatischen Minuten.

Die junge Beifahrerin konnte erst von den Tauchern der Wasserrettung aus dem versunkenen Auto geborgen werden.
- zeitungsfoto.at

Sofort rückten die Helfer zur Unfallstelle aus. Die 17-jährige Einheimische konnte schließlich von Tauchern in 13 Metern Tiefe geborgen werden. Über eine Stunde kämpften die Ärzte um das Leben der Schülerin. Nach einstündiger Reanimation verstarb sie aber im Krankenhaus Reutte.

Der Lenker und die Beifahrerin erlitten neben einer Unterkühlung nur leichte Schnittwunden und sollen laut Polizeiangaben gestern Nachmittag das Krankenhaus wieder verlassen haben.

„Zum Unfallzeitpunkt war die Straße teilweise mit Schneeresten bedeckt. Wie es genau zum Unfall gekommen ist, wird wohl ein Sachverständiger klären müssen“, sagte Kapeller. Ein Alkoholtest beim Lenker war jedenfalls negativ.

Mehrere Stunden dauerte es gestern Nachmittag dann, bis bei widrigen Wetterbedingungen das Unfallwrack aus dem Plansees geborgen werden konnte. Mit einem Kran und einem eigens angeforderten Feuerwehrfahrzeug wurde das Auto letztlich aus dem See geholt. Kapeller: „Das ist natürlich eine sehr schlimme Geschichte. Leider kommt es immer wieder zu schweren Unfällen am Plansee.“

Trotz der Semesterferien wurde gestern am Reuttener Gymnasium, an dem die 17-Jährige zur Schule ging, die schwarze Fahne zum Zeichen der Trauer gehisst. Die Tragödie im Außerfern war der vierte tödliche Verkehrsunfall in dieser Woche in Tirol. (TT, hm, mw)

Feuerwehr und Taucher an der Unfallstelle - sie bereiten die Bergung des Fahrzeuges vor.
- Mittermayr Helmut