Letztes Update am Di, 29.05.2018 07:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein/Kitzbühel

Stromunfall in Söll: Bub (10) nach Kontakt mit Weidezaun reanimiert

In Söll geriet ein zehnjähriger Schüler auf dem Nachhauseweg in den Stromkreis eines Weidezaunes. Er musste wiederbelebt werden, sein Zustand ist weiter kritisch. In Hopfgarten erlitt ein Arbeiter durch einen Kurzschluss Brandwunden am Kopf.

Der Bub hielt mit seinem Rad am Fahrbahnrand an und wollte etwas vom Boden aufheben. Dabei geschah das Unglück.

© ZOOM.TirolDer Bub hielt mit seinem Rad am Fahrbahnrand an und wollte etwas vom Boden aufheben. Dabei geschah das Unglück.



Söll, Hopfgarten — Zwei schwere Stromunfälle haben sich am Montag im Tiroler Unterland ereignet. In Söll musste ein Zehnjähriger reanimiert werden, in Hopfgarten erlitt ein 54-Jähriger schwere Kopfverbrennungen.

Das Kind war gegen 12.45 Uhr von der Schule nach Hause geradelt. Im Ortsteil Mühlleiten wollte der Bub am Straßenrand etwas aufheben und bückte sich. Als er sich wieder aufrichtete, geriet er mit dem Kopf in einen Weidezaun und erlitt einen Stromschlag — er trug einen Helm. Zwei Schulfreunde mussten den Unfall mitansehen und baten eine Passantin um Hilfe. Diese befreite das regungslose Kind aus dem Zaun und alarmierte die Rettung.

Die Rettungskräfte konnten den Zehnjährigen zwar wiederbeleben, sein Zustand sei aber weiter kritisch, wie Johannes Schwamberger, Sprecher der Tirol Kliniken, der Tiroler Tageszeitung mitteilte. Der Bub liegt in Innsbruck auf der Intensivstation. „Die Ursache für seinen Zusammenbruch ist noch nicht gefunden. Unsere Ärzte arbeiten fieberhaft an einer Diagnose", sagt Schwamberger. Diese werde aber erst am Dienstag im Laufe des Vormittages feststehen. Weitere Ermittlungen wurden eingeleitet. Die Polizei konfiszierte das Stromgerät des Weidezaunes.

An dieser Stromschaltstelle war der Arbeiter zugang, als sich der Unfall ereignete.
An dieser Stromschaltstelle war der Arbeiter zugang, als sich der Unfall ereignete.
- ZOOM.Tirol

Mehr Glück hatte Montagvormittag ein Mitarbeiter des Tiroler Netzbetreibers Tinetz. Als der 54-Jährige gegen 9 Uhr am Vormittag mit Wartungsarbeiten an einer Stromschaltestelle in Kelchsau, einem Ortsteil der Gemeinde Hopfgarten im Brixental, beschäftigt war, kam es aus bisher ungeklärter Ursache zu einem Kurzschluss. Der Mann erlitt einen Stromschlag und blieb verletzt liegen. Erst einige Zeit später wurde der 54-Jährige entdeckt und konnte geborgen werden. Mit dem Rettungshubschrauber wurde er in die Klinik nach Innsbruck geflogen. Er zog sich schwere Verbrennungen am Kopf zu. (tst, bfk)

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Ein Rettungshubschrauber nahe der Unfallstelle in Söll.
Ein Rettungshubschrauber nahe der Unfallstelle in Söll.
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