Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.07.2018


Tirol

Gefährliche Leckerbissen: 700 Grillunfälle pro Jahr

Zwei Drittel der Unfallopfer beim Grillen sind Männer. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit ist der unfallträchtigste Wochentag der Samstag,

© Getty Images/iStockphotoFür viele gehört das Grillen zum Sommer. Allerdings birgt das Hobby auch einige Unfallrisiken.Foto: iStock



Wien, Innsbruck – Ein Sommer ohne Fleisch, Fisch oder Gemüse auf dem Grill ist kein richtiger Sommer. Dieser Aussage stimmten in einer Befragung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) die Mehrheit der Befragungsteilnehmer zu. Grillen gehört für die meisten Österreicher zum Sommerfeeling einfach dazu, die beliebtesten Grillmonate sind von Mai bis August.

Allerdings birgt das gesellig-kulinarische Hobby auch Risiken: Rund 700 Personen verunfallen in Tirol jährlich beim Grillen, am höchsten ist die Zahl der Unfälle im Juli und August. „Glücklicherweise gehen die meisten Grill­abende unfallfrei über die Bühne. Doch der Umgang mit dem Grill kann schnell brandgefährlich werden. Gemäß einer KFV-Befragung stellen nur etwa 23 Prozent der Österreicher beim Grillen Löschmittel wie Löschdecke oder Feuerlöscher bereit“, erläutert Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV. „Viele Grillunfälle könnten leicht verhindert werden. Denn: Die meisten entstehen durch Unachtsamkeit, Übermut oder Fehleinschätzungen.“

Rund die Hälfte aller Verletzungen sind thermische Verletzungen, also Verbrennungen oder Verbrühungen. Aber auch Schnittverletzungen (32 Prozent) zählen zu den häufigsten Verletzungsarten beim Grillen. Besonders häufig betroffen sind dabei Finger und Hände. Dass Grillen nach wie vor Männersache zu sein scheint, zeigt sich bei den Unfallzahlen. Zwei von drei Personen, die nach einem Unfall beim Grillen im Krankenhaus nachbehandelt werden müssen, sind Männer. Der unfallträchtigste Wochentag ist laut KFV der Samstag.

Um das Unfallrisiko beim Grillen zu minimieren, rät das Kuratorium dazu, den Griller stabil auf eine ebene Standfläche zu stellen, abseits von brennbaren Materialien. Ein windgeschützter Platz vermeidet Funkenflug. Zum Anzünden sollten Grillanzünder aus festen Stoffen verwendet werden, bei flüssigen ist die Gefahr einer Stichflamme groß. Ein Kübel Wasser oder ein Feuerlöscher sollten immer bereitstehen. Wer mit Gas grillt, sollte Gasschlauch und Anschlüsse auf ihre Dichtheit hin kontrollieren. Wer grillt, sollte den Griller nie unbeaufsichtigt lassen. (TT)