Letztes Update am Mi, 25.07.2018 13:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Reutte

Unfall mit Flying-Bulls-Heli in Höfen: Tankschlauch war zu kurz

Ein kaputter Helikopter, aber zum Glück keine Verletzten: Das war die Bilanz einer Bruchlandung Ende Mai 2017 am Flughafen Reutte-Höfen. Das Verkehrsministerium veröffentlichte nun den Untersuchungsbericht.

Der Pilot flog zur Tankstelle am Flughafen Höfen und stellte seine Bell Cobra ab. Da berührten die Rotorblätter das Dach des Gebäudes.

© ZOOM.TIROLDer Pilot flog zur Tankstelle am Flughafen Höfen und stellte seine Bell Cobra ab. Da berührten die Rotorblätter das Dach des Gebäudes.



Reutte, Wien — Nach dem Sommeropening der Highline 179 in Reutte vor genau 14 Monaten wollte Flying-Bulls-Chefpilot Siegfried „Blacky" Schwarz seine Bell Cobra am Flughafen Höfen betanken. Doch bei der Landung knallte es. Die Rotorblätter des umgebauten Kampfhubschraubers hatten das Dach touchiert, Trümmerteile flogen 160 Meter weit durch die Luft. Die zahlreichen Zaungäste und auch der Flying-Bulls-Chefpilot blieben unverletzt. Vom Hubschrauber blieb nur ein Haufen Schrott übrig.

Seit Dienstag ist bekannt, wie es zu dem Unfall kommen konnte: Laut Untersuchungsbericht des Verkehrsministeriums war der kurze Tankschlauch wohl die Ursache. Dieser ist 13 Meter lang — ab der Kante des Tankstellen-Vordachs. Der Durchmesser des Hauptrotors beträgt aber 13,6 Meter.

Abstand wahrscheinlich falsch eingeschätzt

Viel Spielraum blieb dem Piloten da nicht. "Ich bin ziemlich knapp hingeflogen, hatte den Heli schon am Boden und bin raus. Die Rotorblätter sind nachgelaufen", hatte Schwarz direkt nach dem Unfall der Tiroler Tageszeitung gesagt. Schwarz wusste, dass der Tankschlauch nur 13 Meter lang war, heißt es in dem Bericht. Die Rotorblätter liefen noch nach, senkten sich dabei ab und touchierten Dach und Seitenwand des Tank-Hauses.

Schwarz sagte laut dem Bericht aus, dass der Helikopter "bei der Bodenberührung der Kufen einige Zentimeter Richtung Gebäude rutschte". Er führte das auf böigen Wind von vorne rechts zurück. Nach dem kompletten Aufsetzen habe er die Triebwerksleistung reduziert. Im selben Moment seien "für einige Sekunden starke Vibrationen zu spüren gewesen". Gleichzeitig sah er, dass sich Teile vom Helikopter lösten.

Wahrscheinlich habe der Pilot die Distanz zwischen Helikopter und Gebäude falsch eingeschätzt, so das Ergebnis der Untersuchung. "Die Untersuchung ergab keine Hinweise auf vorbestandene Mängel, die den Unfallhergang hätten beeinflussen können", heißt es in dem Untersuchungsbericht.

Die Bell Cobra war nach der Quasi-Bruchlandung unbrauchbar, auch das Tankstellen-Haus wurde beschädigt. Die genaue Höhe des Schadens wurde nicht bekannt gegeben. (smo)