Letztes Update am Fr, 10.08.2018 22:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grenzgebiet

Waldbrand in Kiefersfelden: Wolken behindern Löscheinsatz

Durch den Wind hat sich die Glut im Laufe der Nacht auf etwa 500 Meter mal 300 Meter ausgebreitet. Die Hubschrauber konnten aufgrund schlechter Sicht vorübergehend nicht fliegen.

© ZOOM.TIROLAm Freitag gingen die Löscharbeiten im benachbarten Kiefersfelden weiter.



Kiefersfelden – Beim Brand im Bergwald oberhalb von Oberaudorf am Inn hat sich die Glut durch den Wind ausgebreitet. Auf einer Fläche von 500 Meter mal 300 Meter glimme der Boden auf dem Schwarzenberg, teilte ein Behördensprecher am Freitagmorgen mit. Eine Wache der Feuerwehr beobachtete in der Nacht die Brandstelle, schlug aber keinen Alarm.

Am frühen Morgen setzte starker Regen in der Region in Oberbayern ein. Nachdem die Löscharbeiten in der Dunkelheit unterbrochen waren, hätten die Löschhubschrauber Freitagfrüh wieder starten sollen. Aber tiefhängende Wolken sorgten für schlechte Sicht. Die fünf bereitstehenden Hubschrauber – davon zwei aus Tirol – konnten vorübergehend für keine Löscheinsätze herangezogen werden. Ein Einsatz von Feuerwehrkräften im Brandgebiet auf dem Schwarzenberg war ausgeschlossen. Das Gelände ist zu steil.

Nachdem sich die Sicht im Brandgebiet am Nachmittag verbesserte, sollten dann doch zwei Löschhubschrauber starten. Zudem bekämpfen Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bergwacht einzelne Glutnester des torfhaltigen Bodens derzeit von der Seite der Ramsauer Alm aus, meldete rosenheim24.de. Auch am Abend konnte jedoch noch keine Entwarnung gegeben werden. Es seien weiterhin zahlreiche Glutnester vorhanden. Der Katastrophenfall werde nicht aufgehoben.

Waldbrand hielt Einsatzkräfte am Donnerstag auf Trab

Der Waldbrand nahe der Ramsauer Alm am Schwarzenberg im Gemeindegebiet von Kiefersfelden hatte am Donnerstag rund 200 Einsatzkräfte in Atem gehalten

Tiroler Einsatzkräfte waren schon bei den Löscharbeiten am Donnerstag vor Ort. Zehn Löschhubschrauber waren im Einsatz, drei davon von aus Österreich. Die Feuerwehr Kufstein war mit rund 20 Mann im Einsatz.

Der Brand war am Donnerstagvormittag entdeckt worden. Das Gelände sei so steil und der Wind so unberechenbar, dass die Einsatzkräfte nicht in die Nähe des Brandherdes vordringen könnten, teilte das Landratsamt mit. Sie hätten sich über die einzig mögliche Straße dem Feuer genähert und positioniert, um ein Übergreifen der Flammen auf die Ramsauer Alm zu verhindern.

Alm wurde evakuiert

Die bei Wanderern beliebte Alm auf 1090 Meter Höhe war bereits früh evakuiert worden.

Das Landratsamt Rosenheim rief am Donnerstagnachmittag den Katastrophenfall aus. Der Brand in dem unwegsamen Gelände nahe der Grenze zu Tirol könne nur aus der Luft bekämpft werden, teilte die Behörde mit. Dazu starteten mehrere Hubschrauber immer wieder mit ihren Löschwasserbehältern.

„Es ist alles unheimlich trocken, ein Wahnsinn“, sagte einer der Einsatzkräfte. Die Rauchfahne der brennenden Bäume war kilometerweit zu sehen. Die Ursache für das Feuer war zunächst nicht bekannt. (dpa, TT.com)