Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Innsbruck/Kufstein

Schwere Flugunfälle in Tirol: Absturz wegen Cockpitkuppel?

Beim Unglück in Langkampfen verdichten sich Hinweise auf technische Ursache.

© www.zeitungsfoto.atEin motorisiertes Kleinflugzeug stürzte im April am Innsbrucker Flughafen ab.



Innsbruck, Langkampfen – Nach den tödlichen Flugunfällen in Innsbruck (April) und Langkampfen (Juni) sind die Ermittlungen noch immer nicht abgeschlossen. Beim Absturz des Leichtflugzeuges im Unterland „verdichten sich aber die Hinweise, dass tatsächlich ein Problem mit der Kuppel die Ursache war“, sagt Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde der Landesverkehrsabteilung. Wie es ausschaut, dürfte die Cockpit-Abdeckung kurz nach dem Start am 14. Juni aufgegangen sein. Das Ultraleichtflugzeug stürzte mit der Nase voran auf eine Wiese, der 76-jährige Pilot kam beim Aufprall ums Leben. Kein Einzelfall – bei der Unglücksmaschine hatte sich schon einmal während des Fluges die Kuppel geöffnet. Der Zwischenfall endete allerdings glimpflich. Aber auch aus Frankreich und Deutschland wurden Abstürze von Ultraleichtflugzeugen desselben Typs gemeldet, bei denen ebenfalls Probleme mit der Kuppel eine Rolle gespielt haben dürften. „Das Problem ist, dass bei dieser Flugzeugkategorie keine Meldepflicht für Zwischenfälle besteht“, sagt Hohenauer: „Wenn bei einer Cessna die Kuppel aufgeht, wird sofort eine Untersuchung eingeleitet.“

Der Absturz eines Schweizer Kleinflugzeugs Ende April am Innsbrucker Flughafen ist noch ungeklärt. „Wir warten derzeit noch auf verschiedene Unterlagen der Schweizer Behörden“, erklärt Hohen­auer. Wie berichtet, starben beim Absturz aus etwa 100 Metern Höhe auf eine Wiese im Flughafenareal der Schweizer Pilot und sein Passagier aus Slowenien. (tom)