Letztes Update am Di, 06.11.2018 09:33

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Wunderrettung“

Neuseeländischer Angler rettet 18 Monate alten Bub aus dem Wasser

Der Angler hatte zunächst gedacht, dass eine Puppe im Wasser schwimmt. Plötzlich hörte er einen Schrei und wusste, dass es sich um ein Kind handelt.

© AFP(Symbolfoto)



Wellington – In Neuseeland hat ein Angler einen 18 Monate alten Bub vor dem Ertrinken gerettet – und das eigentlich nur aus Versehen. Der Rentner Gus Hutt war morgens in der Nähe eines Campingplatzes bei der Kleinstadt Matata auf der neuseeländischen Nordinsel am Meer unterwegs. Dabei sah er etwas im Wasser treiben, das er anfangs nur für eine Porzellanpuppe hielt.

Es war jedoch ein Kleinkind, das aus dem Zelt der Eltern ausgebüchst war. Dank des Anglers überstand der Bub nach Angaben der Polizei die Angelegenheit ohne Schaden.

Kind wieder bei Eltern

Hutt berichtete der Lokalzeitung Whakatane Beacon, er habe das Kind auch dann noch für eine Puppe gehalten, als er bereits dessen Arm gepackt habe. „Sein Gesicht hat ausgesehen wie Porzellan“, erzählte er. „Aber dann hat es einen kleinen Quietscher von sich gegeben, und ich dachte: „Oh Gott, das ist ein Baby! Und es lebt!““ Auf dem Campingplatz gelang es dann recht schnell, die Eltern ausfindig zu machen. Sie hatten noch gar nicht mitbekommen, dass ihr Sohn verschwunden war.

Der Mutter, Jessica Whyte, fiel ein Stein vom Herzen, als sie von der Rettung erfuhr. „Er war lila angelaufen, war kalt und sah kleiner aus als sonst“, berichtete sie. Der Bub habe sich aber bestens erholt. „Er ist wie immer. Vielleicht ist er jetzt vorsichtiger mit dem Wasser und läuft nicht mehr einfach über den Strand.“

Der Direktor der neuseeländischen Behörde für Wassersicherheit, Jonty Mills, sprach von einer „Wunderrettung“. Bei einem kleinen Kind dauere es oft weniger als eine Minute, bis es im Wasser ertrinkt.

Der Bub wurde am Strand behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht. Vermutlich war er nur sehr kurze Zeit im Wasser. Inzwischen ist er wieder bei den Eltern. Die Polizei bestätigte die Angaben, ließ die Angelegenheit ansonsten aber auf sich beruhen. Die Feuerwehr appellierte an alle Eltern mit kleinen Kindern, beim Campen den Reißverschluss der Zelte immer so zu schließen, dass er vom Nachwuchs nicht geöffnet werden kann. (dpa)