Letztes Update am Do, 22.11.2018 14:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tiroler Polizei warnt: Glühwein und Auto vertragen sich nicht

Allein im bisherigen Jahr ereigneten sich 220 Alkohol-Unfälle in Tirol. Die bevorstehende Christkindlmarkt-Saison lässt bei der Tiroler Polizei die Alarmglocken schrillen. Denn viele Autofahrer setzen sich auch nach Konsum von Glühwein und Co. noch hinters Steuer.

© Getty Images/iStockphoto(Symbolfoto)



Innsbruck – Dass sich Alkoholkonsum und Autofahren nicht vertragen, hat sich offenbar noch nicht überall herumgesprochen. Allein im bisherigen Jahr gab es auf Tirols Straßen 220 Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war.

Für Aufsehen sorgte beispielsweise ein betrunkener Lenker, der vergangene Woche mit seinem Fahrzeug in St. Anton mit einer derartigen Wucht gegen die Leitschiene prallte, dass diese aus der Verankerung gerissen wurde.

In Innsbruck prallte ein Autofahrer beim Olympiaeisstadion gegen einen Masten. Er war ebenso betrunken wie jene Lenker, die in den vergangenen Tagen in Unfälle in Reutte, Kufstein und Innsbruck verwickelt waren. In allen dieser Fälle hatten die Lenker mehr als 1,7 Promille – beim Unfall in Innsbruck sogar knapp 2 Promille.

Angesichts der bevorstehenden Adventszeit mit all ihren promillehaltigen Versuchungen warnt die Tiroler Polizei nun einmal mehr vor den Gefahren von Alkohol am Steuer.

Alkohol lässt gute Vorsätze vergessen machen

Nach dem Besuch von Christkindlmärkten oder Weihnachtsfeiern würden viele die guten Vorsätze über Bord werfen und statt mit dem Taxi „die kurze Strecke“ nach Hause doch selbst mit dem Auto zurücklegen, so die Polizei in einer Aussendung vom Donnerstag. Der Alkoholgehalt und die Wirkung der verschiedenen Punsch-Getränke werden allerdings meist unterschätzt. Man vergesse sehr schnell, dass mit zunehmendem Alkoholspiegel gleichzeitig die Fahrtüchtigkeit rapide abnimmt. Mit wachsendem Alkoholspiegel vermindert sich auch gleichzeitig die Fahrtüchtigkeit. „Bei einem Promillewert von 1,0 steigert sich das Unfallrisiko auf das Siebenfache, bei 1,2 Promille auf das Zwölffache und bei 1,8 Promille auf das 30-fache“, so die Polizei.

Auch am Morgen noch lange nicht nüchtern

Außerdem sei nach einer durchzechten Nacht am nächsten Morgen der Alkohol im Blut noch lange nicht abgebaut. Der Körper baue in einer Stunde lediglich ca. 0,1 Promille ab. Viele seien verwundert, wenn sie am Morgen oder Vormittag danach mit entsprechenden Promillewerten kontrolliert werden.

Gegensteuern will die Polizei mit verstärkten Alkoholkontrollen. Bis Ende Oktober wurden bereits 149.500 Fahrzeuglenker getestet. 2702 von ihnen waren betrunken oder hatten andere Drogen konsumiert. Immerhin 1771 hatten dabei mehr als 1,8 Promille Alkohol im Blut. (TT.com)

Fahren ohne Alkohol: Polizei gibt Tipps

Tipps für die Adventszeit, Weihnachtsmärkte, Weihnachts- und Jahresabschlussfeiern:

- Organisieren Sie nicht nur den Besuch am Christkindlmarkt bzw. die Weihnachtsfeier oder den Jahresabschluss, sondern kümmern Sie sich auch um einen nüchternen Chauffeur

- Benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel

- Denken Sie an Fahrgemeinschaften

- Benutzen Sie Taxis

- Vertrauen Sie auf keinen Fall auf Ihr Glück, Tricks oder Ausreden

Die Folgen einer Fahrt unter Alkoholeinfluss können sehr schwerwiegend sein:

- Verlust des Führerscheines, hohe Geldstrafen

- Strafrechtliche Konsequenzen bis hin zur Freiheitsstrafe

- Verlust des Arbeitsplatzes

- Gefährdung der Existenz

- Schadenersatz, Schmerzensgeld, Regressforderungen von Versicherungen und nicht zuletzt großes Leid für Familien