Letztes Update am So, 06.01.2019 14:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südtirol

Nach tödlichem Rodelunfall am Rittner Horn ermittelt Staatsanwalt

Nach dem Tod eines achtjährigen Mädchens in Südtirol ist eine Debatte um zweisprachige Beschilderung am Rittner Horn entbrannt: Die italienischsprachige Mutter und ihre achtjährige Tochter könnten das deutsche Warnschild womöglich nicht verstanden haben. Aber auch gegen die Mutter wird ermittelt.

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Ritten – Zwei Tage nach dem schrecklichen Unfall am Rittner Horn, bei dem am Freitag ein achtjähriges Mädchen aus Reggio Emilia sein Leben verlor, ist eine Debatte um zweisprachige Beschilderung in Südtirol ausgebrochen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt laut Südtirol Online, ob die Pistenmarkierung und die zweisprachige Beschilderung ausreichend gewesen sind. Demnach steht der Verdacht im Raum, dass die italienischsprachige Mutter die Beschilderung nicht habe lesen können. Ermittelt wird gegen einen Verantwortlichen der Pistenbetreiber-Gesellschaft. Aber auch gegen die Mutter des verunglückten Mädchens wurden Ermittlungen eingeleitet. Sie war nach dem Unfall schwer verletzt in das Krankenhaus Bozen eingeliefert worden.

Die Frau soll vor der Rodelpartie von einem Liftmitarbeiter darauf hingewiesen worden sein, dass sie und ihre Tochter nicht die nötige Ausrüstung hätten, weil sie weder das richtige Schuhwerk trugen, noch einen Helm dabei hatten. Außerdem habe der Liftmitarbeiter auf die Gefahren der Strecke hingewiesen.

Die Frau soll mit ihrer Tochter trotzdem auf den Berg gefahren sein. Statt zur Mittelstation, an der die Rodelbahn losgeht, fuhr das Duo allerdings zur Bergstation, wo Rodeln wegen der Steilheit verboten ist. Ein großes Schild verwies auch mit einer ausführlichen Erklärung auf die Gefahr – allerdings nur in deutscher Sprache, wie es in Medienberichten heißt. Der Südtiroler Heimatbund warnt aber vor voreiligen Verurteilungen: „Wo bei der Skipiste der abschüssige Teil der Piste begann, war nochmals ein Schild nur mit dem Piktogramm angebracht, das einen Rodler im roten Kreis mit Querstrich zeigte, also eindeutig das Weiterrodeln verbot“, so der Heimatbund in einer Aussendung.

Bei der Abfahrt über die schwarz markierte Skipiste waren Mutter und Tochter am Freitag gegen einen Baum geprallt. Das Mädchen starb noch an Ort und Stelle, die Mutter wurde schwer verletzt. (TT.com)