Letztes Update am Mo, 14.01.2019 14:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Landeck

16-Jähriger von Lawine getötet: Ermittlungen in St. Anton laufen noch

Die Eltern des jungen Lawinenopfers schilderten gegenüber australischen Medien, die tödliche Lawine habe ein Helfer ausgelöst. Die Tiroler Polizei ermittelt noch, ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben.

Symbolfoto.

© RehfeldSymbolfoto.



St. Anton – Vergangenen Mittwoch kam es in St. Anton zu einem tragischen Lawinenabgang. Eine deutsch-australische Familie kam im unwegsamen Gelände nicht mehr weiter, setzte einen Notruf ab und wartete auf die Bergrettung. Doch plötzlich riss ein gewaltiges Schneebrett Mutter und Sohn der vierköpfigen Familie mit. Für den 16-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Die Mutter konnte sich unverletzt befreien, ihr Ehemann und der 14 Jahre alte zweite Sohn wurden nicht von den Schneemassen erfasst.

Die Eltern schilderten nun in australischen Medien den Hergang: Demnach habe ein Retter die Lawine ausgelöst. Die Eltern bedankten sich aber bei den Helfern für ihre „besten Bemühungen“, ihren Sohn zu retten.

„Die Erhebungen sind bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Aber es stimmt, es gibt den Verdacht, dass ein Ersthelfer die Lawine ausgelöst haben könnte“, erklärte Stefan Eder von der Landespolizeidirektion Tirol am Montag gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online. Es handle sich nicht um einen Bergretter sondern um eine Person, die sich in der Nähe des späteren Unglücksorts aufhielt und der Familie helfen wollte.

In dem Gebiet hätten sich laut Tiroler Polizei viele Zeugen befunden. „Es müssen nun noch Personen einvernommen werden. Außerdem wurde ein Sachverständiger mit einem Gutachten beauftragt. Bis zum Abschlussbericht wird es wohl noch mindestens zwei Wochen dauern“, erklärte Eder.

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Es sei eine „sehr sensible, sehr tragische Geschichte“ – auch für den betroffenen Ersthelfer.

Der 16-Jährige selbst habe einen Notruf abgesetzt, als die Familie nicht mehr weiterkam. Als sie ihre Abfahrt sicherheitshalber gestoppt hätten, seien sie „unverletzt und in keiner unmittelbaren Gefahr gewesen“, sagten die Eltern der australischen Associated Press. Ein „Bergretter“ habe ihnen geraten, zu warten. Während er dann versuchte, zur Familie zu fahren, sei die Lawine ausgelöst worden, so die Eltern. Ihr Sohn sei zwar nach 20 Minuten geborgen worden, habe jedoch nicht reanimiert werden können. (TT.com, dpa)