Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.05.2019


Lawinenunglück in Kanada

Bewegender Abschied der Alpinlegende Hansjörg Auer

Zwei Wochen nach der Lawinentragödie in den kanadischen Rocky Mountains, die auch David Lama und Jess Roskelley (USA) das Leben gekostet hat, wurde Hansjörg Auer in seiner Heimatgemeinde Umhausen zu Grabe getragen.

Hansjörg Auer fand in seinen geliebten Bergen so viel, letztlich aber auch den Tod.

© Red Bull/FerrigatoHansjörg Auer fand in seinen geliebten Bergen so viel, letztlich aber auch den Tod.



Umhausen — „Weil das, was ich finde, mich jedes Mal aufs Neue fasziniert." Der Spruch, der auf der Parte von Hansjörg Auer steht, ist ein Zitat. Ein Gedanke des Ausnahmealpinisten aus dem Jahr 2015. Ein Gedanke, der beschreibt, warum der Umhauser wieder und wieder auch zu riskanten Expeditionen aufgebrochen ist.

Am Mittwoch, zwei Wochen nach der Lawinentragödie in den kanadischen Rocky Mountains, die auch David Lama und Jess Roskelley (USA) das Leben gekostet hat, wurde Auer in seiner Heimatgemeinde zu Grabe getragen. Keine Wolke trübte das Himmelblau, ganz so, als wollte auch die umliegende Bergwelt aus vermeintlich nächster Nähe Lebewohl sagen. So wie seine Lebensgefährtin Tatjana, so wie seine Großfamilie, seine Kameraden von der Bergrettung, des Alpenvereins, so wie Hunderte Freunde und Wegbegleiter.

Schon im Vorfeld hatten die Angehörigen die Medien inständig gebeten, die Trauerfeierlichkeiten weder mit Fotos noch sonst wie zu stören. Die Bilder sprachen ohnedies Bände. Menschentrauben, darunter auch die Alpinlegenden Peter Habeler und Reinhold Messner, standen rund um die Kirche Spalier — und erwiesen Auer im Anschluss auf dem Friedhof die letzte Ehre. Ein Großer, so der einhellige Tenor, ein Großer ist vorausgegangen. Ein großer Alpinist, ein großer Mensch: „Pfiat di, Hansjörg." (m.i.)