Letztes Update am Fr, 07.06.2019 13:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nepal

Beim Müllsammeln: Sherpas fanden vier Leichen am Mount Everest

Sherpas haben bei einer Abfallsammelaktion auf dem Mount Everest vier Tote gefunden. Die Leichen sind noch nicht identifiziert. Allein in der heurigen Saison starben elf Menschen auf dem „Dach der Welt“.

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt.

© APADer Mount Everest ist der höchste Berg der Welt.



Kathmandu – Neben tonnenweise Müll haben Sherpas am Mount Everest vier Leichen entdeckt. Während einer einmonatigen Säuberungsaktion im Himalaya habe die zwölfköpfige Bergführergruppe elf Tonnen Abfall zusammengetragen. Dabei sei sie auch auf die Toten gestoßen, teilte die nepalesische Tourismusbehörde am Freitag mit.

Die Leichen wurden Forensikern in Nepals Hauptstadt Kathmandu übergeben. Sie sind noch nicht identifiziert.

Bei dem eingesammelten Müll handelte es sich um Hinterlassenschaften der Klettergruppen in den verschiedenen Camps am höchsten Berg der Welt, erläuterte der Leiter der Tourismusbehörde, Dandu Raj Ghimire. Darunter seien viele Sauerstoffflaschen, Dosen, Seile, Zelte und Verpackungen. Die Sherpas hätten den Mist im Basiscamp getrennt. Recycelbares werde in die Hauptstadt Kathmandu gebracht.

Jeder Bergsteiger nimmt mindestens acht Kilo Müll mit

Für die vielen Expeditionen auf den 8848 Meter hohen Everest errichten Sherpas zu Beginn der Saison mehrere Camps auf unterschiedlichen Höhen. Die Regeln sehen vor, dass jeder Bergsteiger mindestens acht Kilo Müll beim Abstieg mitnimmt, um der Verschmutzung des anspruchsvollen Klettergebiets entgegenzuwirken. Allerdings wird dies nicht konsequent durchgesetzt.

Den Traum, einmal oben auf dem „Dach der Welt“ zu stehen, haben sich bisher rund 5000 Menschen erfüllt. Mehr als 300 Bergsteiger kamen bei dem Versuch ums Leben. Allein in der diesjährigen Hauptklettersaison, die seit wenigen Tagen beendet ist, starben elf Menschen. Wegen des Andrangs vieler Bergsteiger im kurzen Zeitfenster günstigen Wetters war es zu langen Wartezeiten am Gipfel gekommen. (APA/dpa)