Letztes Update am Fr, 14.06.2019 07:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Waldbrand oberhalb von Absam: Noch keine endgültige Entwarnung

Ein Waldbrand in Absam auf 1900 Metern Seehöhe verlangt den Einsatzkräften seit Mittwochmorgen einiges ab. Am Freitagmorgen werden die Glutnester weiter beobachtet, am Vormittag berät die Feuerwehr über das weitere Vorgehen. „Brand aus“ kann noch nicht gegeben werden.

Aufgrund des unwegsamen Geländes konnten die Flammen nur per Hubschrauber aus der Luft bekämpft werden.

© zeitungsfoto.atAufgrund des unwegsamen Geländes konnten die Flammen nur per Hubschrauber aus der Luft bekämpft werden.



Absam – Am Mittwochmorgen schlugen mehrere Anrufer bei der Leitstelle Tirol Alarm – im Bereich unterhalb der Hohen Fürleg im Karwendelgebirge im Gemeindegebiet von Absam war auf rund 1900 Metern Seehöhe aus unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Beim Kontrollflug der Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen wurden weitere Glimmnester entdeckt. Die Löscharbeiten aus der Luft mussten wieder aufgenommen werden, wie ein Sprecher der Polizei erklärte. Ab 7.30 Uhr waren erneut Hubschrauber für den Löscheinsatz in der Luft.

Weitere Glimmbrände möglich

Donnerstagmittag wurden die Löschflüge wieder eingestellt, berichtete die Polizei. Die Situation wurde vom Boden aus begutachtet und überwacht. Endgültiges „Brand aus“ konnte dennoch nicht gegeben werden, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass noch Glimmbrände lodern.

Laut Bernhard Fischler, Kommandant der Feuerwehr Absam, hat sich die Lage am Donnerstagabend nach Sonnenuntergang weiter entspannt. Mögliche Glutnester werden aber auch am Freitagmorgen weiter beobachtet, gegen 10 Uhr vormittags wird die Lage laut Feuerwehr neu beraten und beurteilt.

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Feuer kann nur aus der Luft bekämpft werden

Das Feuer, das sich am Mittwoch durch den Latschenbestand gefressen hatte, konnte wegen des steilen und felsdurchsetzten Geländes nur aus der Luft bekämpft werden. Dafür standen am Mittwoch im Verlauf des Vormittags bis zu fünf Helikopter im Einsatz. Es galt vor allem ein Übergreifen der Flammen auf den Bannwald zu verhindern. Zwischen 60 und 70 Mann der Feuerwehren Absam, Schwaz, Gnadenwald und Hall, der Betriebsfeuerwehr Swarovski Optik Absam sowie der Innsbrucker Berufsfeuerwehr sorgten am Boden dafür, dass die Wasserversorgung für den Einsatz gewährleistet war. Im Halltal und am Gnadenwalder Plateau wurden zu diesem Zweck Löschbehälter bereitgestellt. Erschwert wurde die Brandbekämpfung durch starken Wind.

Mit Hubschraubern wurde das umliegende Gebiet angefeuchtet, damit Glutnester nicht neu entflammen und herabfallende Glut nichts mehr anrichten kann. Betroffen von dem Brand war ein rund fünf Hektar großes Gebiet, der Schutzwald wurde nach ersten Informationen nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Das Feuer weckte bei Anrainern und Einsatzkräften die Erinnerungen an den verheerenden Waldbrand am Absamer Hochmahdkopf im März 2014. Damals hatte bei ähnlich föhnigen Verhältnissen die weggeworfene Zigarette eines Wanderers ein Feuer entfacht, das erst nach drei Tagen gelöscht werden konnte. Rund 60 Hektar Wald wurden damals zerstört. (np, vags, TT.com)

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