Letztes Update am So, 16.06.2019 18:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Waldbrand bei Absam: Kein Brand Aus, aber Gefahr vorerst gebannt

Starke Winde hatten die Glutnester im Wald über Absam seit Freitagnacht immer wieder angefacht, die Regenfälle in der Nacht auf Sonntag halfen nur wenig. Auch am Sonntag waren zwei Hubschrauber im Löscheinsatz, eine Wärmebildkamera wies im Nebel den Weg.

Um kurz nach 10 Uhr startete am Sonntag ein neuerlicher Löschversuch.

© zeitungsfoto.atUm kurz nach 10 Uhr startete am Sonntag ein neuerlicher Löschversuch.



Absam – Seit Mittwoch hält der Brand unterhalb der Hohen Fürleg im Karwendelgebirge im Gemeindegebiet von Absam die Feuerwehr in Atem – und auch am Sonntagabend konnte noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden. Wie Feuerwehrkommandant Bernhard Fischler gegen 18 Uhr im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung Online erklärte, sei die akute Gefahr eines Übergreifens auf intakte Vegetation aber vorerst gebannt. „Es sind noch einzelne Glutnester drin, aber diese befinden sich inmitten schon verbrannter Stellen.“ Vorausgesetzt der Wind bläst in den nächsten Stunden und Tagen nicht mehr allzu stark, sollte kein Löschflug mehr nötig sein. „Aber das werden wir in den nächsten Tagen beobachten. Wir hoffen natürlich auf mehr Regen“, so Fischler.

Vermutlich hat der Wind das Feuer erneut angefacht. Die Feuerwehr Absam ist vor Ort und beobachtet das Geschehen.
Vermutlich hat der Wind das Feuer erneut angefacht. Die Feuerwehr Absam ist vor Ort und beobachtet das Geschehen.
- zeitungsfoto.at

Nebel machte Sache schwieriger

Am Sonntag waren die Löschmannschaften noch einmal von der Früh weg im Einsatz, jedoch waren wegen des hartnäckigen Nebels im Brandbereich weniger Flüge für die beiden bereitstehenden Hubschrauber möglich.

Ein Erkundungsflug mit Wärmebildkamera sei schon in den frühen Morgenstunden unternommen worden, um sich ein detailliertes Bild über die Lage zu verschaffen. Dabei seien vereinzelt noch Glutnester gesehen worden. Es habe in der Nacht in diesem Gebiet zwar rund 15 Liter pro Quadratmeter geregnet, dies hätte aber nur mäßig „etwas gebracht“. Die Glutnester im Boden „müsste man eigentlich händisch aufgraben und löschen, da das Gebiet aber nur äußerst schwierig zugänglich ist, ist das nicht möglich“, erklärte Fischler.

Zwei Polizeihubschrauber stehen zur Brandbekämpfung im Einsatz.
Zwei Polizeihubschrauber stehen zur Brandbekämpfung im Einsatz.
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Die zwei Polizeihubschrauber im Einsatz arbeiteten am Sonntag zusammen: Mit der Wärmebildkamera konnte der Löschhubschrauber im Nebel eingewiesen und gezeigt werden, wo Wasser abgeworfen werden müsse. „Da man die Glutnester im Boden nicht sieht, muss der Löschhubschrauber quasi ins Blinde löschen“, erklärte Fischler.

Föhn hatte Glutnester wieder angefacht

Durch den Föhn war das Feuer am späten Freitagabend unerwartet wieder aufgeflammt. Über 100 Notrufe waren eingegangen, bevor der Einsatz wieder startete. In der Nacht auf Samstag konnte dann keine Brandbekämpfung durchgeführt werden. Starke Winde fachten das Feuer in dieser Zeit aber immer wieder an.

Da die Brandstelle in rund 1900 Metern Seehöhe in einem völlig unwegsamen Gelände ist, kann das Feuer nur aus der Luft bekämpft werden. Bereits am Mittwoch und am Donnerstag waren fünf Helikopter im Einsatz. Betroffen von dem Brand war ein rund fünf Hektar großes Gebiet. (TT.com/APA)

Seit Freitagnacht hatten sich Glutnester immer wieder neu entfacht.
Seit Freitagnacht hatten sich Glutnester immer wieder neu entfacht.
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Der Einsatz könnte sich immer noch Tage hinziehen.
Der Einsatz könnte sich immer noch Tage hinziehen.
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