Letztes Update am Sa, 06.07.2019 07:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

Segelflieger in Brandenberg abgestürzt: Verletzter Pilot in der Nacht geborgen

Der Pilot eines deutschen Polizeihubschraubers hatte das Wrack auf 1800 Metern Höhe entdeckt. Einsatzkräfte stiegen von der nächstgelegenen Alm zu dem schwer verletzten Segelflugzeug-Piloten auf.

In 1800 Metern Höhe im Bereich Schmalegger Joch - Taler Joch stürzte das Segelflugzeug in einen Wald.

© Zoom.TirolIn 1800 Metern Höhe im Bereich Schmalegger Joch - Taler Joch stürzte das Segelflugzeug in einen Wald.



Brandenberg – Der Absturz eines Segelflugzeugs blieb am Donnerstag neun Stunden unentdeckt. Schließlich konnten die Einsatzkräfte im Bereich des Schmaleggerjochs bei Thiersee zunächst das Wrack und dann den Piloten orten. Der Deutsche hatte das Unglück überlebt, war ansprechbar, aber schwer verletzt.

Der 34-Jährige war bereits am Donnerstagnachmittag gegen 15.30 Uhr am Flughafen von St. Johann gestartet. Das Ziel des Piloten war Kempten im Allgäu. Dort ist das Segelflugzeug allerdings nie angekommen. Erst am Abend wurde das Verschwinden des Seglers bemerkt. Gegen 22.20 alarmierte die Flugsicherung das Polizeipräsidium Schwaben. Ein Suchflug mit dem bayerischen Polizeihubschrauber „Edelweiß 6“ folgte.

Tatsächlich entdeckte die Besatzung gegen 0.45 Uhr am Schmaleggerjoch in etwa 1600 Meter Seehöhe das abgestürzte Segelflugzeug. Vom Piloten fehlte jede Spur.

Der Auftakt für einen Großeinsatz: Bergretter aus Kramsach und Kufstein, die Thierseer Bergwacht, zahlreiche Feuerwehrmänner und die Alpinpolizei machten sich auf die Suche. Schließlich waren’s Kramsacher Feuerwehrmänner, die Hilferufe hörten und den Piloten gegen 2.20 Uhr fanden. „Der Mann befand sich etwa 150 Meter unterhalb des Wracks auf einer steilen Wiese“, schildert Gerhard Unterberger, Ortsstellenleiter der Bergrettung Kramsach. Der 34-Jährige klagte über Wirbel- und Beckenschmerzen, war aber seit dem Absturz immer bei Bewusstsein. „Allerdings befand er sich in einem Funkloch und konnte daher nicht Alarm schlagen“, sagt Unterberger.

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Zunächst mussten die Bergretter den Piloten nach der Erstversorgung mit der Trage bergauf zum Landeplatz des Hubschraubers bringen. Dann wurde der Verletzte in den Helikopter verladen und in die Klinik nach Innsbruck geflogen.

Laut den ersten Schilderungen des 34-Jährigen kam es etwa eine halbe Stunde nach dem Start in St. Johann zum Absturz. Die Ursache ist allerdings noch unklar und wird von der Flugunfallkommission untersucht. (tom)

Einsatzkräfte während der nächtlichen Bergungsaktion.
Einsatzkräfte während der nächtlichen Bergungsaktion.
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