Letztes Update am Sa, 20.07.2019 10:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Flugzeugabsturz in Leutasch: Auf falschem Kurs in den Tod

Das am Donnerstag in Leutasch abgestürzte Kleinflugzeug war vom italienischen Montichiari unterwegs nach Schwäbisch Hall in Deutschland. Der Pilot dürfte sich nicht an die vorgegebene Flugroute gehalten haben.

Die Einsatzkräfte mussten mit dem Hubschrauber an den Absturzort geflogen werden.

© zeitungsfoto.atDie Einsatzkräfte mussten mit dem Hubschrauber an den Absturzort geflogen werden.



Leutasch — Einen Tag nach dem zunächst rätselhaften Absturz eines Sportflugzeugs im Wettersteingebirge in der Leutasch führten die Ermittlungen bereits zu ersten Ergebnissen. Und die deuten darauf hin, dass ein Kurswechsel des Piloten die Tragödie mit drei Toten auslöste. Wie die Polizei gestern bekannt gab, hatte die Maschine des Typs Cirrus SR22 eine deutsche Kennung und war im norditalienischen Montichiari nahe Verona gestartet. Das viersitzige Flugzeug mit drei Personen an Bord soll nach Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg unterwegs gewesen sein.

Allerdings dürfte sich der Pilot beim Überqueren der Alpen nicht an die vorgegebene Flugroute gehalten haben. „Wäre er auf Kurs geblieben, hätte er Tirol in der vorgesehenen Höhe von 5500 Fuß (1700 Meter, Anm.) sicher passieren können", weiß inzwischen Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde der Landesverkehrsabteilung.

Fotos zeigten Trümmer des Flugzeuges in einer Felswand.
Fotos zeigten Trümmer des Flugzeuges in einer Felswand.
- zeitungsfoto.at

Aber offenbar driftete das einmotorige Flugzeug etwas nach Westen ab. Dort stand allerdings der bis zu knapp 3000 Meter hohe Wetterstein im Weg. So kam es, dass die Cirrus in 2300 Metern Höhe nahe der Meilerhütte gegen die Felsen prallte.

Für die Kursabweichung könnte der Flugzeugtyp eine Rolle spielen: „Es herrschte starker Nordwind. Bei Turbulenzen gilt die Cirrus als schwer zu fliegen", erklärt Hohenauer. Die Identität der Opfer ist noch nicht gesichert. Es soll sich aber um drei Deutsche (72, 57 und 56 Jahre) handeln. Das Wrack wurde am Freitag geborgen und beschlagnahmt. Die Maschine wird in Wien untersucht. (tom, np)

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar.
Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar.
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