Letztes Update am Do, 25.07.2019 11:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Baby in Wien aus Fenster gestürzt und gestorben

Ein Kleinkind stürzte am Donnerstag in Wien aus dem vierten Stock. Sämtliche Reanimationsversuche blieben erfolglos. Die Ermittlungen zur Unfallursache sind im Gang.

Symbolbild.

© pixabaySymbolbild.



Wien – Ein zehn Monate alter Bub ist am Donnerstag in der Früh aus ungeklärter Ursache aus einem Fenster im vierten Stock einer Wohnung in der Hagengasse in Wien-Fünfhaus gestürzt und gestorben. Polizisten und Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung versuchten noch, das Baby zu reanimieren.

Der angeforderte Rettungshubschrauber „Christophorus 9“ landete zwar, „für das Baby kam jedoch jede Hilfe zu spät“, hieß es seitens der Polizei. Die Ermittlungen waren am Vormittag im Gang.

Zwei bis drei Fälle pro Jahr in Österreich

Jedes Jahr versterben in Österreich zwei bis drei Kinder nach Stürzen aus geöffneten oder nicht gesicherten Fenstern. Fensterstürze kommen zwar verhältnismäßig selten vor, gehen aber dafür umso öfter mit schweren oder gar tödlichen Verletzungen einher.

In Österreich verletzen sich pro Jahr rund 166.000 Kinder so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Rund die Hälfte dieser Unfälle passiert zu Hause, weiß der Verein „Große schützen Kleine“. Er hat im Vorjahr eine Studie dazu publiziert.

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Fenster üben demnach für Kinder eine große Faszination aus. Sind sie geöffnet, ist der Drang, die Welt da draußen zu entdecken, groß. Kinder stürzen leicht vom Balkon oder aus dem Fenster, weil ihr Körperschwerpunkt höher liegt als der von Erwachsenen. Beugen sich Kinder nach vorne, kippen sie viel leichter vornüber als Erwachsene.

Das „typische Kind“, das aus dem Fenster stürzt, ist laut langjähriger Betrachtung unter fünf Jahre alt (75 Prozent) und männlich (65 Prozent). Rund jeder sechste Fenstersturz endet tödlich. Entscheidend sind natürlich hauptsächlich die Fallhöhe und die Beschaffenheit der Aufprallstelle. Der Fenstersturz kommt vor allem bei Mehrparteienhäusern vor. Ab dem vierten Stock ziehen sich 80 Prozent der Kinder tödliche Verletzungen zu. Besonders häufig sind Fensterstürze in den warmen Monaten von Mai bis September.

Eine Aufschlüsselung nach Lebensjahren zeigt, dass zwei Drittel aller Vorfälle bis zum fünften Lebensjahr geschehen. 50 Prozent betreffen überhaupt nur die Lebensjahre zwei bis vier. Unterscheidet man jedoch den „Fenstersturz“ und den „Sturz aus der Höhe“, kann man erkennen, dass der Fenstersturz ein Unfallereignis bei Kleinkindern darstellt, während ein Sturz aus der Höhe sich ziemlich regelmäßig bis zum 14. Lebensjahr hin verteilt.

Beinahe bei jedem zweiten Vorfall wurde das Fenster vom Kind geöffnet. Bei knapp einem Drittel der Vorfälle stand das Fenster bereits offen, in weiteren zwölf Prozent war bei offenem Fenster ein Fliegengitter vorhanden. 46 Prozent der Fensterstürze, bei denen die Kinder die Fenster selbst öffnen, könnten somit mit einer Fenstersicherung verhindert werden. (APA)