Letztes Update am Fr, 02.08.2019 11:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Alaska

Tiroler unter den Todesopfern in Gletschersee in Alaska

In einem Gletschersee in Alaska wurden drei Leichen gefunden. Bei den Opfern handelt es sich um einen 62-jährigen Tiroler und zwei Deutsche.

Ein Eisbrocken, der vom Valdez-Gletscher abbrach, könnte das aufblasbare Kanu, in dem der Tiroler und ein deutsches Ehepaar saßen, zum Kentern gebracht haben.

© imago/Westend61Ein Eisbrocken, der vom Valdez-Gletscher abbrach, könnte das aufblasbare Kanu, in dem der Tiroler und ein deutsches Ehepaar saßen, zum Kentern gebracht haben.



Von Benedikt Mair

Innsbruck, Anchorage (Alaska) – Drei Menschen sind auf einem Gletschersee im US-Bundesstaat Alaska tödlich verunglückt. Bereits am Dienstag wurden ihre Leichen entdeckt. Wie seit gestern bekannt ist, handelt es sich bei einem der Toten um einen 62-jährigen Tiroler, bei den beiden anderen höchstwahrscheinlich um ein Ehepaar (68, 66) aus Deutschland.

Der Mann ist bereits vor einiger Zeit nach British Columbia in Kanada ausgewandert, berichtete Peter Guschelbauer, Sprecher des Außenministeriums in Wien, gegenüber der Tiroler Tageszeitung. „Seine letzte Wohnadresse in Österreich hatte der erfahrene Berg- und Wanderführer unseren Informationen zufolge in Innsbruck“, sagte Guschelbauer.

Passiert ist das Unglück auf einem See am Fuße des Valdez-Gletschers, etwa 190 Kilometer östlich von Alaskas Hauptstadt Anchorage gelegen. Über den genauen Hergang ist aktuell wenig Gesichertes bekannt. Der Tiroler und die beiden Deutschen waren laut Bericht der örtlichen Behörden auf dem etwa 1,8 Kilometer langen Gewässer mit einem aufblasbaren Kanu unterwegs. Aus diesem sei dann aus bisher unbekannter Ursache Luft ausgetreten und schließlich sei es gekentert.

Rund um den Fundort trieben Eisberge und -brocken, berichteten US-Medien. Die Sprecherin der Stadt Valdez, Sheri Pierce, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass der Grund für das Kentern des Kanus noch genauer untersucht werden müsse. Kein leichtes Unterfangen, da es keine Zeugen des Unglücks gibt. Es sei aber möglich, erklärte Pierce, dass ein Eisbrocken vom Gletscher abbrach. Denkbar wäre, dass der Tiroler und die beiden Deutschen deshalb ins Wasser fielen. „Es ist sehr gefährlich, sich dem Ende der Gletscherzunge zu nähern, wenn so große und unstabile Eisbrocken im Wasser treiben“, wird die Sprecherin zitiert. „Und das Wasser ist sehr, sehr kalt.“

Zwei Tote sind im Wasser treibend gefunden worden, ein dritter auf einer Eisscholle liegend. Bei Letzterem wurden schwere Kopfverletzungen festgestellt. Alle drei Verunglückten trugen Schwimmwesten, aber keine Neoprenanzüge, um sich vor dem eiskalten Wasser zu schützen. In einer wasserdichten Plastik-Box, die in der Nähe der Leichen trieb, fanden die Einsatzkräfte die Dokumente eines Toten und einen Schlüssel zu einem Wohnmobil. Dort wurden dann die Papiere der anderen beiden gefunden.

Für die Verständigung der Angehörigen seien das österreichische Generalkonsulat in Los Angeles bzw. das Honorarkonsulat von Anchorage zuständig, erklärte Außenministerium-Sprecher Guschelbauer. Was die nächsten Schritte sind und wann die Toten nach Europa überstellt werden, wird erst in den kommenden Tagen feststehen.


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