Letztes Update am Mi, 14.08.2019 15:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Bereits sechs Vibrionen-Infektionen an der deutschen Ostsee

Sechs Menschen haben sich bereits mit den Bakterien infiziert. Angesichts der Anzahl an Badegästen sei diese Zahl jedoch relativ gering, heißt es von Experten.

Wer im Meer baden geht, sollte wissen, ob er zu einer der Risikogruppen für eine Infektion gehört.

© dpaWer im Meer baden geht, sollte wissen, ob er zu einer der Risikogruppen für eine Infektion gehört.



Rostock, Kiel – In Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein weiterer Mensch bei einem Bad in der Ostsee mit Vibrionen infiziert. Damit steige die Zahl der Infektionen in diesem Jahr auf sechs, sagte Heiko Will, Direktor des Landesamts für Gesundheit und Soziales in Rostock am Mittwoch. Auch in dem neuen Fall sei eine hochbetagte Frau betroffen, die zur Risikogruppe der immungeschwächten Menschen gehöre.

Vergangene Woche war eine ältere Frau an einer solchen Infektion gestorben. In Schleswig-Holstein seien weiterhin keine Erkrankungsfälle bekannt, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Vibrionen sind Bakterien, von denen einige Arten beim Menschen Krankheiten verursachen können. Am bekanntesten dürfte der Erreger der Cholera sein. Die im Salzwasser der Ostsee vorkommenden Keime der Art Vibrio vulnificus vermehren sich laut Will sprunghaft bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad und können Wunden infizieren. Symptome einer Infektion sind demnach Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und blasenbildender Hautausschlag. Eine zügige Therapie mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stark mildern.

In Mecklenburg-Vorpommern waren im vergangenen Jahr drei Menschen durch Vibrionen-Infektionen gestorben. Angesichts von Dutzenden Millionen Badegästen sei das Erkrankungsrisiko aber extrem gering, sind sich Experten einig. Nur in Ausnahmefällen bestehe eine Gefahr für immungeschwächte, ältere Personen oder auch Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV. Für gesunde Menschen seien die Bakterien ungefährlich, heißt es. (APA, dpa)