Letztes Update am Do, 03.10.2019 09:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Gasexplosion in St. Jodok: Auslöser nicht mehr feststellbar

Nach der tödlichen Explosion in St. Jodok vor eineinhalb Wochen wird wohl nicht geklärt werden können, was das Unglück ausgelöst hat. Die Zerstörung ist einfach zu groß.

Durch die Wucht der Explosion wurde die Fassade des Supermarktes in St. Jodok komplett zerstört.

© Thomas BöhmDurch die Wucht der Explosion wurde die Fassade des Supermarktes in St. Jodok komplett zerstört.



St. Jodok – Nach der Gasexplosion in St. Jodok am 23. September ist der „Auslöser für die Explosion nicht mehr feststellbar“. Der stellvertretende LKA-Leiter Christoph Hundertpfund bestätigte der APA am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Da bei der Explosion alles zerstört worden sei, könne man die Zündquelle nicht mehr ausmachen. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

„Es sind noch einige Einvernahmen von Zeugen offen“, sagte Hundertpfund. Die Explosion in einem Supermarkt forderte ein Menschenleben – eine 91-jährige Frau wurde unter den Trümmern verschüttet. Zuvor waren am Nachbarhaus Arbeiten für eine Neuverrohrung durchgeführt und dabei eine Gasleitung angeritzt worden. Der Landesenergieversorger Tigas hat kurz nach dem Zwischenfall bestätigt, dass bei Arbeiten in der Nähe des Supermarkts eine Gasleitung angebohrt worden sein dürfte und daraufhin Gas ausgetreten sei. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Frage, warum die Leitung überhaupt angebohrt wurde und welchen Weg das Gas unterirdisch genommen hat.

Die angebohrte Gasleitung – etwa vier Meter vom Haus entfernt.
Die angebohrte Gasleitung – etwa vier Meter vom Haus entfernt.
- zeitungsfoto.at

Verdacht der fahrlässigen Gemeingefährdung

Aufgrund der Asphaltschicht über der Leitung konnte das Gas jedenfalls nicht entweichen, weshalb es sich unterirdisch ausbreitete. Da das betroffene Gebäude mehrere hundert Jahre alt war und keine betonierte Bodenplatte hatte, konnte das Gas in das Haus eindringen. Bei der Explosion wurden elf Personen verletzt, eine davon schwer. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung.

Ungeklärt ist immer noch, was mit dem schwer beschädigten Gebäude im Ortskern passieren wird. Ein vollständiger Abriss steht zur Diskussion. (APA/TT.com)

Das Gebäude muss wohl komplett abgerissen werden.
Das Gebäude muss wohl komplett abgerissen werden.
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Das Gebäude wurde komplett zerstört, die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden.
Das Gebäude wurde komplett zerstört, die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden.
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