Letztes Update am Do, 24.10.2019 10:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Erdrutsch begräbt Haus: Katzen retten Besitzern das Leben

Wie überall im Mittelmeerraum toben derzeit auch in Italien heftige Unwetter. Das Haus eines Ehepaars wird dabei nachts von einem Erdrutsch getroffen. Doch die Bewohner haben Glück: Ihre Katzen wecken sie auf und ermöglichen ihnen die Flucht – bevor das Haus einstürzt.

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© pixabay(Symbolbild)



Campo Ligure – Ihr Katzenpaar hat einem italienischen Ehepaar, dessen Haus durch einen Erdrutsch einstürzte, wohl das Leben gerettet. Weil sie in der Nacht von ihren Haustieren geweckt wurden, konnten sich Claudio Piana und Sabrina Pellegrini gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor das zweigeschossige Gebäude im norditalienischen Campo Ligure einstürzte. Das berichten italienische Medien.

„Wir haben nichts mehr“

„Meine Frau und ich sind aufgestanden, weil Simba und Mose – unsere Katzen – Lärm gemacht und uns aufgeweckt haben“, berichtete Piana der Zeitung Secolo XIX. Sie hätten dann festgestellt, dass die Katzen mit einem Teil des Putzes spielten, der gerade von der Decke gefallen war. „Dann sahen wir die Risse in den Wänden“, sagte Piana. Die Eheleute flüchteten aus ihrem Haus und versuchten, zu ihrem Auto zu gelangen, blieben jedoch im Schlamm stecken. Die Feuerwehr musste sie schließlich retten.

Piana und Pellegrini hatten nicht bemerkt, dass ein durch das Unwetter verursachter Erdrutsch das Fundament ihres Hauses beschädigt hatte. Von seinem Bruder habe er telefonisch erfahren, dass das Haus inzwischen eingestürzt ist, sagte Piana. Ein Video auf der Website der Secolo XIX zeigt nur noch die Trümmer des Gebäudes. „Wir haben nichts mehr“, so Piana. Der Feuerwehr zufolge könnten sie nie wieder in ihr Haus zurückkehren. „Wenigstens haben Simba und Mose überlebt.“

Weitere Unwetter erwartet

Die heftigen Unwetter der vergangenen Tage in Norditalien hatten vielerorts für Überschwemmungen gesorgt. Am Dienstag war ein Taxifahrer gestorben, dessen Wagen in den Fluten fortgerissen worden war. Auch in den anderen Mittelmeerstaaten toben teils heftige Unwetter. In Spanien, wo vor allem in Katalonien und auf Mallorca sintflutartige Regenfälle niedergingen, gab es ebenfalls ein Todesopfer zu beklagen.

Während Südfrankreich nach dem Starkregen mit Verkehrsbehinderungen kämpft, sind für die Balearen und Katalonien bereits weitere Regenfälle mit Maximalwerten von 20 Grad angesagt. In Italien werden ab Donnerstag neue Unwetter erwartet. Warnungen gab es speziell für die Regionen Piemont und Lombardei, aber auch Sardinien und Teile der Toskana könnten betroffen sein. (AFP)