Letztes Update am So, 22.12.2013 13:42

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hohe Wellen

Sechs Tote bei Bootsunglück in Portugal: Wellen ließen Boot kentern

Vor rund einer Woche hatte sich bereits ein Unglück wegen der hohen Wellen ereignet, bei dem vier Frauen und zwei Männer starben.



Lissabon – Neues Unglück vor der Küste Portugals: Sechs Sportfischer sind nach dem Kentern ihres Bootes südlich von Lissabon im Atlantik ertrunken. Wie die Rettungsdienste in der Nacht zum Sonntag mitteilten, konnte ein siebenter Insasse des Schiffs sich schwimmend an Land retten.

Vor einer Woche waren weiter südlich in der Gegend von Setubal sieben Studenten - vier Frauen und drei Männer - von einer Riesenwelle ins Meer gerissen worden. Nur einer der Studenten konnte an Land schwimmen. Ein weiterer wurde tot geborgen. Vier junge Frauen und ein Mann werden bis heute vermisst. Die Suche auf dem Meer nach den Vermissten wurde mittlerweile eingestellt. Nach Angaben der Behörden wird nur noch die Küste darauf abgesucht, ob das Meer die Leichen an Land geschwemmt hat.

Das Boot mit den Sportfischern verunglückte am Samstagabend in der Nähe des Strandes von Costa da Caparica im Süden der portugiesischen Hauptstadt. Nach Angaben der Behörden brachten die etwa vier Meter hohen Wellen das Boot zum Kentern. Der einzige Überlebende wurde wegen Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Leichen der übrigen Insassen wurden am Strand geborgen.

Die Sportfischer hatten sich auf der Fahrt zum Hafen von Lissabon befunden. Nach Angaben der Hafenbehörde hatten sie, um die Route abzukürzen, sich der Küste vermutlich mehr genähert, als bei dem Seegang ratsam gewesen wäre. Auch hatten sie entgegen den Vorschriften keine Schwimmwesten getragen.

Nach einem Bericht der Zeitung „Publico“ kamen in den vergangenen sechs Jahren mehr als 40 Menschen in den Wellen vor der portugiesischen Küste ums Leben. Die meisten Unglücke ereignen sich im Herbst und im Winter, denn in diesen Jahreszeiten ist die Brandung besonders gefährlich. (APA/dpa)