Letztes Update am Di, 11.02.2014 14:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Feuerwehr-Chef: „Rettungsgasse funktioniert meistens nicht“

Ein Fahrzeugbrand auf der Brennerautobahn wurde am Montagabend für die Feuerwehr Innsbruck zu einem schwierigen Einsatz: Fahrzeuge standen kreuz und quer auf der Autobahn.



Innsbruck – Für Erwin Reichel, den Kommandanten der Berufsfeuerwehr Innsbruck, fällt die Bilanz zwei Jahre nach der Einführung der Rettungsgasse nicht allzu positiv aus. „Manchmal funktioniert sie, meistens funktioniert sie aber nicht.“

Was sich im Fall eines Fahrzeugbrandes am frühen Montagabend auf der Brennerautobahn Richtung Italien kurz vor der Ausfahrt Patsch auch anhand von Videoaufnahmen dokumentieren lässt.

Fahrzeug ging nach Unfall in Flammen auf

Eine 20-jährige Naviserin war bei einem Überholmanöver aus bisher ungeklärter Ursache gegen die Mittelleitschiene geprallt.

Die Lenkerin, die bei dem Unfall unverletzt blieb, konnte das Fahrzeug gerade noch rechtzeitig verlassen, bevor es in Flammen aufging. Ein 21-Jähriger, der unmittelbar hinter dem Unfallfahrzeug gefahren war, versuchte mit einem Handfeuerlöscher den Brand zu stoppen, was ihm jedoch aufgrund des starken Windes nicht gelang.

Das Eintreffen der Berufsfeuerwehr Innsbruck wurde allerdings minutenlang verzögert. Statt eine Rettungsgasse zu bilden, standen etliche Fahrzeuge „kreuz und quer“ auf der Brennerautobahn. Zwischen fünf und acht Minuten habe die Anfahrt von der Autobahnauffahrt Innsbruck Süd bis zum Einsatzort gedauert, sagt der Pressefotograf Daniel Liebl, der vom Fahrzeug des Einsatzleiters aus mitfilmte.

Löschfahrzeug blieb noch länger stecken

Beim brennenden Auto angelangt, versuchte der Einsatzleiter der Feuerwehr und ein Kollege den Brand vorerst mit einem Handfeuerlöschgerät einzudämmen. Denn das schwerfällige Löschfahrzeug im Gefolge blieb in der nicht funktionierenden Rettungsgasse hängen. Rund fünf Minuten später traf es schließlich ein, der Brand konnte rasch gelöscht werden. Personen kamen keine zu Schaden.

Extrem gefährlich

Aufgrund der schwierigen Anfahrt wurde sicherheitshalber die Feuerwehr Igls und Patsch nachalarmiert, um über die Gegenfahrbahn zum Einsatzort zu gelangen. Solch ein Manöver sei allerdings „extrem gefährlich“, sagt Feuerwehrkommandant Erwin Reichel.

Er appelliert an Fahrzeuglenker „nicht nur bis an den Rand der Fahrbahn auszuweichen, sondern ganz bis an den Rand des Pannenstreifens zu fahren.“ (TT.com)