Letztes Update am Do, 19.02.2015 08:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sölden

Unfall am letzten Drehtag überschattet Bond-Bilanz

Die Dreharbeiten für „Spectre“ in Sölden sind abgeschlossen. Die Ötztaler erwarten gespannt das Ergebnis und die Wiedererkennung.

Am Mittwoch machten die in Längenfeld abgestellten Flugzeuge einen „Abflug“.

© PaschingerAm Mittwoch machten die in Längenfeld abgestellten Flugzeuge einen „Abflug“.



Sölden, Längenfeld – Zu einem Unfall mit drei Verletzten kam es am Mittwoch während der Dreharbeiten zum 24. James-Bond-Film „Spectre“ in Sölden. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, ist gegen 11 Uhr ein Auto nach einer Stuntszene gegen eine Kamera-Plattform geprallt.

Der 45-jährige Stuntman des Wagens kam nach der abgefilmten Szene ins Schleudern und prallte daraufhin gegen eine Plattforn. Dort befanden sich gerade drei Kameratechniker im Alter von 28, 52 und 63 Jahren, die durch den Zusammenstoß teilweise schwer verletzt wurden. Bei dem Aufprall auf die Kamera-Plattforn wurde ein Brite zwischen dem Wagen und der Plattform eingeklemmt und schwer verletzt.

Ein weiterer Mitarbeiter erlitt ebenfalls schwere, ein dritter leichte Verletzungen. Der dritte konnte vor Ort ärztlich versorgt werden. Seine beiden Arbeitskollegen mussten mit Hubschraubern ins Krankenhaus geflogen werden. „Der Stuntman und sein Beifahrer blieben unverletzt“, informierte Bezirkspolizeikommandant Hubert Juen im Gespräch mit TT Online.

Vermutlich war die hohe Geschwindigkeit des Autos die Ursache für den Unfall, erklärte Juen. Wobei der Beamte betont, dass das „natürliche eine kontrollierte Aktion war“.

Zufriedenstellende Bilanz

Dieser Unfall überschattet eine an sich mehr als zufriedenstellende Bond-Bilanz in Sölden: Das YouTube-Video der Film­macher, das vergangene Woch­e online gestellt wurde, sagt so ziemlich alles über die Zufriedenheit mit dem hinteren Ötztal als Filmset.

Und auch Seilbahner Jack Falkner bilanziert „sehr, sehr gut“. Am Dienstag fiel die letzte Klappe für den neuen James-Bond-Film – zumindest was den Drehort Sölden angeht. Hauptdarsteller Daniel Craig war am Mittwoch schon gar nicht mehr da, die Crew packt­e zusammen und verließ das Tal. „Die Rückbauten werden wohl noch etwas länger brauchen“, glaubt Falkner. Vor allem eben in Sölden, wo ja etwa beim Hauptquartier, dem „Base“, eine eigene Aufschüttung auf einer Wiese gemacht werden musste.

Normaler Tourismusbetrieb blieb von Dreh unberührt

Viel war in den vergangenen Wochen aus dem Ötztal nicht herausgedrungen, was die Dreharbeiten betraf. Die waren bestens abgeschirmt, „aber es hat den normalen Tourismusbetrieb kaum gestört“, betont Falkner. Nur vergangene Woche habe man „viele aus dem Filmteam in Innsbruck untergebracht, weil bei uns ja die Faschingswoche war“.

Ob denn Jack Falkner ein Foto mit „James Bond“ gemacht habe? „Nein, uns war es wichtig, ein perfektes Service zu bieten – und die Leute waren alle zufrieden.“ Untergebracht waren sie übrigens in den Hotels Bergland und Central in Sölden sowie draußen in Längenfeld.

Dort wurde ja bekanntlich temporär ein gut 700 Meter langes Flugfeld eingerichtet. Am Mittwochvormittag waren die beiden Maschinen noch vor Ort. Die Security verlangte freundlich, aber bestimmt, immer noch Abstand zu halten. „Am Dienstagabend waren aber die Lichter beim Zelt-Hangar schon aus“, berichtet BM Ralf Schonger. Das Flugfeld selbst weckt übrigens beim Sölder Ernst Lorenzi Begehrlichkeiten: „Wir könnten das für ‚Hannibal‘ am 17. April gut brauchen.“

„Wir sind rundum glücklich – das werden wunderschöne Bilder“, ist Jack Falkner überzeugt. Ob im 24. Bond-Streifen der Ort Sölden als Insert, wie sonst üblich, auftauchen wird, „weiß ich wirklich nicht“. Er glaubt aber fest, dass „der Wiedererkennungswer­t gegeben“ sein wird. Sölden ist bekannt für das Bergrestaurant Ice Q, die Gletscherstraß­e samt Tunnel ebenso.

Die Dreharbeiten hätten dem hinteren Ötztal auf jeden Fall gutgetan. „Bond ist eine weltweite Marke – das ist die Eintrittskarte in gewiss­e Märkte“, so Falkner.

Und so wartet man gespannt auf die geplante Premiere von „Spectre“ Ende Oktober. (saku, APA, pascal)


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