Letztes Update am Sa, 01.08.2015 15:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Toter aus der Elbe ist der Vater der vermissten deutschen Familie

In einem kleinen Ort an der Elbe verschwindet eine dreiköpfige Familie, zuletzt wird der Vater gesehen. Seine Leiche wird nun aus dem Fluss gezogen - die Suche nach seiner Frau und der zwölfjährigen Tochter geht weiter.

(Symbolfoto)

© dpa/Hendrik Schmidt(Symbolfoto)



Drage – Bei dem im deutschen Lauenburg aus der Elbe geborgenen Toten handelt es sich um den seit mehr als einer Woche mit seiner Familie vermissten 41-Jährigen aus dem niedersächsischen Drage. Das bestätigte die Polizei am späten Freitagabend. „Der Mann ist in der Elbe ertrunken“, teilte Sprecher Jan Krüger mit. „Fremdeinwirkung kann dabei ausgeschlossen werden.“

Vermutlich sei der 41-Jährige mit einem Fahrrad auf die Elbbrücke bei Lauenburg gefahren, habe das Rad in den Fluss geworfen und sei hinterhergesprungen, sagte Polizeisprecher Jan Krüger am Samstag.

Bei dem Toten seien keinerlei Hinweise auf den Verbleib seiner zwei Jahre jüngeren Frau und der 12-jährigen Tochter gefunden worden. Die Ermittler befürchten ein Familiendrama.

Hinweise auf das Geschehen erhoffen die Fahnder sich über das Fahrrad, das Einsatzkräfte ebenso wie den Toten am Freitag bei Lauenburg bargen. Dabei handelt es sich um ein unbekanntes Damenfahrrad, das nicht zum Haushalt der Familie gehört. Polizeitaucher und ein Sonarboot suchten am Samstag den Elbgrund rund um die Fundstelle weiter nach Spuren ab. Rund 50 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz.

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Seit einer Woche nach Familie gesucht

Zeugen wollen den 41-Jährigen am Donnerstag vergangener Woche das letzte Mal bei Drage gesehen haben. Die Spuren von Frau und Tochter verloren sich bereits am Mittwoch. Die Polizei richtete nach eigenen Angaben eine Sonderkommission ein.

Drage ist ein 4.100-Einwohner-Ort an der Elbe südöstlich von Hamburg im Landkreis Harburg. Lauenburg liegt rund 20 Kilometer stromaufwärts auf der schleswig-holsteinischen Seite. Schon am Freitag startete die Polizei eine umfangreiche Suchaktion bei Drage. Seitdem waren auch Suchhunde und ein Hubschrauber im Einsatz, Taucher suchten im Fluss.

Der Leichnam des 41-Jährigen war am frühen Freitagmorgen in Lauenburg aus der Elbe geborgen worden. Anrainer hätten den Toten in Ufernähe treiben sehen und die Polizei verständigt, hieß es kurz darauf in einem SHZ-Online-Bericht. Die Leiche war mit einem etwa 25 Kilogramm schweren Betonklotz beschwert gewesen. Nach Einschätzung des Notarztes müsse der Tote mehrere Tage im Wasser gelegen haben, berichtete das Online-Portal. Der Leichnam sei nur etwa 400 Meter von der Elbbrücke in Lauenburg entfernt geborgen worden, einer der wenige Brücken über den Fluss in der Region.

Taucher bis in die Nacht im Einsatz

Man könne weder einen Unfall noch eine Gewalttat ausschließen, hatte Polizeisprecher Krüger bereits am Donnerstag betont. Ein spontaner Kurzurlaub sei äußerst unwahrscheinlich, hieß es wiederholt. Am Mittwoch vergangener Woche hatten in Niedersachsen die Sommerferien begonnen. Seit die Suche in der unmittelbaren Umgebung von Drage eingestellt wurde, konzentrierten sich die Ermittlungen auf Zeugen wie Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunde und Verwandte. „Von der Familie haben uns die Zeugen ein eher unauffälliges Bild beschrieben“, sagte Krüger am Freitag.

Freitagabend waren auf der Elbe vor Lauenburg Spürhunde auf Booten und Taucher im Einsatz. „Wir wollen so herausfinden, wo die Person ins Wasser gelangte oder ob dort weitere Tote zu finden sind“, sagte Krüger bevor die Identität des Toten bestätigt wurde. Konkrete Hinweise darauf, dass auch die Frau und die Tochter dort zu finden seien, gebe es aber nicht. Bis in die Nacht suchten die Taucher unter der Brücke den Grund der Elbe ab, insgesamt waren fünfzig Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz. (APA/dpa)