Letztes Update am Mo, 07.12.2015 17:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Bluttat auf Pferdehof: Keine Spur von Verdächtigem aus Österreich

Nach den tödlichen Schüssen auf den 52-jährigen Chef eines Leipziger Reiterhofs fahndet die Polizei nach einem 50-Jährigen aus Österreich. Ermittler gehen davon aus, dass er bewaffnet auf der Flucht ist. Auch ein Selbstmord wird nicht ausgeschlossen.

Symbolfoto.

© APA/Sebastian WillnowSymbolfoto.



Leipzig – Nach den tödlichen Schüssen auf einen 52-jährigen Pferdehof-Besitzer vergangenen Donnerstag in der ostdeutschen Stadt Leipzig hat von dem mutmaßlichen Täter aus Oberösterreich bis Montagnachmittag weiterhin jede Spur gefehlt. Man gehe davon aus, dass er bewaffnet auf der Flucht sei, könne aber auch einen Selbstmord nicht ausschließen, hieß es auf APA-Anfrage bei der Staatsanwaltschaft Leipzig.

Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, wurde am Montag weiterhin mit einem europäischen Haftbefehl nach dem 50-jährigen Hermann Haase gefahndet. Er wird verdächtigt, am Donnerstag gegen 13.30 Uhr den Reiterhof in Leipzig-Knauthain betreten und nach dem Besitzer gefragt zu haben. Dann soll er an dessen Türe geläutet und, als das Opfer öffnete, sofort drei Schüsse abgefeuert haben. Der 52-Jährige starb noch am Tatort. Der Schütze flüchtete mit einem Audi A 8 mit Vöcklabrucker Kennzeichen. Der Wagen wurde wenig später im Leipziger Stadtteil Connewitz gefunden, vom Lenker fehlte aber jede Spur.

„Wir haben seit Donnerstag keine Hinweise mehr, wo er sich aufhält“, so der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz. Man wisse nicht, ob er sich in Deutschland, Österreich oder einem anderen Land befinde, und könne auch einen Suizid nicht ausschließen.

Zum Motiv gaben sich die Ermittler weiterhin bedeckt: Der Beschuldigte hatte noch am Tattag einen verschlossenen Umschlag mit Dokumenten bei der Staatsanwaltschaft Leipzig abgegeben, „die ihn als Täter des begangenen Mordes identifizieren“. Medienberichte, dass es um einen Erbschaftsstreit gehen könnte, wurden weder dementiert noch bestätigt. Schulz betonte lediglich, dass sich „aus der Zusammenschau“ der Dokumente, des Autofundes und der sonstigen Ermittlungen ein eindeutiges Bild ergebe. Die Ermittler seien überzeugt, mit dem Beschuldigten den Richtigen im Visier zu haben.

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Zeugen beschrieben den Gesuchten als 1,90 Meter groß. Er hat eine sportlich-kräftige Statur, kurze, graue Haare, braune Augen und eine gepflegte Erscheinung. Der Mann trug zuletzt blaue Jeans, Turnschuhe mit blauen Streifen und eine dunkle Jacke. Er dürfte bewaffnet sein, die Behörden raten zur Vorsicht. Zeugen und Hinweisgeber werden gebeten, sich an die Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 96646666 oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden. (APA)