Letztes Update am Mi, 09.12.2015 08:40

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NSU-Prozess

Opferanwalt Daimagüler: Zschäpe will nicht reinen Tisch machen

Mit Spannung wird die Aussage von Beate Zschäpe am heutigen Mittwoch erwartet. Der Anwalt der Opfer erwartet sich nicht viel von den Aussagen.

Der Prozess gegen Beate Zschäpe und zwei mutmaßliche Unterstützer des NSU begann am 6. Mai 2013.

© dpa/Peter KneffelDer Prozess gegen Beate Zschäpe und zwei mutmaßliche Unterstützer des NSU begann am 6. Mai 2013.



München – Der Opferanwalt Mehmet Daimagüler erwartet keine Aufklärung von der für heute angekündigten Aussage Beate Zschäpes im Münchner NSU-Prozess. „Meine Hoffnungen sind groß, meine Erwartungen sind klein“, sagte er vor dem mit Spannung erwarteten Beginn des Verhandlungstages. „Ich habe Beate Zschäpe kennengelernt als relativ unempathische Frau und nicht als eine Frau, die reinen Tisch machen will. Ich könnte mir vorstellen, dass es heute eher eine Art taktische Einlassung gibt.“

Die Forderung von Zschäpes Verteidiger Mathias Grasel, das Gericht möge Fragen an seine Mandantin schriftlich stellen, sieht Daimagüler skeptisch. Das Gericht solle ihr entgegen kommen, wo das möglich sei, sagte er. „Aber ich finde auch, man muss nicht jede Spinnerei mitmachen. Es ist nicht der Rechtsstaat, der sich mit dem Nasenring durch den Zirkus ziehen lässt von Frau Zschäpe.“

Dem NSU werden zwischen 2000 und 2007 zehn Morde angelastet, an neunMännern aus Zuwandererfamilien und einer Polizistin. Die Sicherheitsbehörden waren den erst 2011 aufgeflogenen mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe jahrelang nicht auf die Spur gekommen. Gegen Zschäpe läuft seit 2013 ein Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Ihre beiden Kumpane sind nicht mehr am Leben. (dpa)

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