Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.02.2016


Tirol

Verfahren gegen Künstleraktion in Terfens

Die Aufregung um die Veranstaltung im Forchat ist noch immer groß. Die Bezirkshauptmannschaft prüft nun die Bewilligungspflicht der Aktion.

Das geplante Feuerwehrhaus im Forchat spaltet die Vomperbacher. Der Kampf um weitere Alternativenprüfungen soll noch nicht vorbei sein.

© Michael MaderDas geplante Feuerwehrhaus im Forchat spaltet die Vomperbacher. Der Kampf um weitere Alternativenprüfungen soll noch nicht vorbei sein.



Von Eva-Maria Fankhauser

Terfens – Die Gegner des Standortes Forchat für das geplante Feuerwehrhaus als Mehrzweckgebäude in Vomperbach wollen nicht aufgeben. So aussichtslos ihre Lage wirkt, die Hoffnung bleibt.

Zu Beginn des Jahres veranstalteten sie eine Künstleraktion unter dem Titel „Kunstraum Forchat“ inmitten des grünen Waldes. Forstrechtlich sei diese Veranstaltung von der Bezirkshauptmannschaft abgesegnet worden, heißt es seitens der Bürgerinitiative. Auch GR Alfons Frischmann als Grundstückseigentümer des genützten Waldstückes sei einverstanden gewesen. Dennoch sei ihnen nun einige Wochen später „eine Klage ins Haus geflattert“, welche die unrechtmäßige Werbung im Wald anprangere, erläutert einer der Organisatoren Robert Ullrich. Doch das sei laut den Bürgerinitiativlern bei Weitem noch nicht alles. Drohungen und böse Worte an die Forchatverfechter seien an der Tagesordnung. Das sei auch der Grund, warum sie es nicht wagen, öffentlich für ihre Wertvorstellungen einzustehen. Zu groß sei die Angst, die sogar soweit reiche, dass Bürger Existenzängste haben, den Job zu verlieren.

Davon will BM Hubert Hußl aber nichts wissen. „Wir haben niemanden geklagt. Auf so eine Aktion reagiere ich nicht, weil die Kunst im Wald interessiert mich nicht“, schildert Hußl, da bei der Veranstaltung Politiker unfair behandelt wurden. Zudem betont der Ortschef, dass es gar keine gemeldete Bürgerinitiative in Terfens gebe. „Die Stimmung für das Feuerwehrhaus ist sehr gut. Ich höre nichts Negatives“, stellt Hußl klar. Immerhin stehe dem Bauvorhaben nichts mehr im Wege. „Es ist alles mehr oder weniger genehmigt. Die Unterlagen der Raumordnung sollten noch im Februar bei uns in der Gemeinde eintreffen“, erklärt Hußl.

Klage gibt es tatsächlich keine, wie Markus Gasser, zuständig für Umwelt bei der BH Schwaz, bestätigt. Dennoch ist ein Verfahren anhängig, das prüfen soll, ob es sich bei der Künstleraktion um eine bewilligungspflichtige Werbeeinrichtung im Sinne des Naturschutzgesetzes handle. „Das haben wir von Amts wegen eingeleitet“, erklärt Gasser. Zudem habe er keine Anfrage erhalten, ob solch eine Veranstaltung zulässig sei. „Da müsste man schon bei mir oder meiner Abteilung nachfragen, nicht etwa in der Forstdirektion“, so Gasser.

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Einige Terfener können nicht verstehen, dass ihre unzähligen Bemühungen im Nichts versickern und keine weiteren Alternativen geprüft werden. Allen voran Ullrich will sich nicht unterkriegen lassen: „Auch ich habe mit Verleumdungen und Drohung zu kämpfen. Doch ich gebe nicht auf.“ Er habe die Hinhaltetaktik der Politiker satt und wolle alle Hebel in Bewegung setzen, um die Rodung zu verhindern. Auch den Volksanwalt habe er bereits eingeschaltet. „Ich habe keine Drohungen ausgesprochen“, betont Hußl.

Zum Thema Demokratie beteiligten sich auch Terfener Schüler an der friedlichen Künstleraktion im Forchat.
Zum Thema Demokratie beteiligten sich auch Terfener Schüler an der friedlichen Künstleraktion im Forchat.
- Rettet den Forchat