Letztes Update am Sa, 09.04.2016 10:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Testamentfälschung: Ex-Richterin Ratz muss nicht ins Gefängnis

Die ehemalige Richterin war wegen Amtsmissbrauchs zu 32 Monaten Haft verurteilt worden.

© APADie ehemalige Vizepräsidentin des Landesgerichts Feldkirch, Kornelia Ratz und ihr Anwalt Bertram Grassl.



Bregenz – Die frühere Vizepräsidentin des Landesgerichts Feldkirch, Kornelia Ratz, die im Juli 2014 u.a. wegen Amtsmissbrauchs zu 32 Monaten Haft verurteilt wurde, kann ihre zehnmonatige unbedingte Gefängnisstrafe im elektronisch überwachten Hausarrest verbüßen. Ein entsprechender Antrag sei genehmigt worden, berichtete die „Neue Vorarlberger Tageszeitung“ in ihrer Samstagsausgabe.

Die 52-jährige Ex-Richterin habe die Voraussetzungen für die Gewährung einer Fußfessel erfüllt, so die Begründung des Gerichts. Ihre Wohnung sei geeignet und sie gehe einer geregelten Arbeit in einer Arztpraxis nach. Nach der Arbeit muss die Verurteilte allerdings sofort in ihre Wohnung zurückkehren.

Ratz wurde rechtskräftig dafür verurteilt, im Jahre 2005 am Bezirksgericht Dornbirn ein gefälschtes Testament in Auftrag gegeben zu haben, das ihre Mutter und ihre Tante begünstigt haben soll, was sie jedoch stets bestritt. Es ging dabei um einen Vermögenswert von 540.000 Euro. Von den Gerichten wurde Ratz in mehreren Instanzen schuldig gesprochen. Den Schuldspruch des Landesgerichts Salzburg hatte letztendlich auch der Oberste Gerichtshof bestätigt.

Junge Richterin brachte Fall ins Rollen

Ratz war die prominenteste Angeklagte im Skandal um Millionen-Betrügereien mit zahlreichen Testamenten am Bezirksgericht Dornbirn. Im November 2009 wurde bekannt, dass am Bezirksgericht Dornbirn über Jahre Testamente manipuliert wurden. Eine junge Richterin stieß auf die Straftaten. Zehn Personen wurden daraufhin angeklagt, darunter fünf Justiz-Bedienstete. Laut Staatsanwaltschaft bearbeiteten die Beschuldigten in 18 Verlassenschaftsverfahren 16 Testamente und zwei Schenkungsverträge. Der inkriminierte Schaden betrug zehn Millionen Euro. Alle Angeklagten sind rechtskräftig verurteilt. (APA)


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