Letztes Update am Do, 28.04.2016 07:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Einbruchsserie und filmreife Flucht: Prozess beginnt in Innsbruck

Drei mutmaßliche Einbrecher stehen ab heute in Innsbruck vor Gericht. Sie hatten mehrere Einbrüche in Landeck verübt und bei einer Verfolgungsjagd fast einen Polizisten umgefahren.

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© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Innsbruck, Zams – Drei Georgier im Alter von 20, 23 und 30 Jahren müssen sich ab heute am Landesgericht verantworten. Es handelt sich um eine Anklage wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls im Rahmen einer kriminellen Vereinigung und in einem Fall wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Allen drei Angeklagten – es gilt die Unschuldsvermutung – drohen ein bis zehn Jahre Haft.

Ins Bewusstsein der Öffentlichkeit war das Trio im Jänner gerückt, als der Land­ecker Polizei nach längerer Ermittlungsarbeit (DNA, Spuren) drei Einbrecher ins Fahndungsnetz gefahren waren. Als die Alarmfahnder den Wagen mit deutschen Kennzeichen schließlich noch in Land­eck stoppen wollten, drückte der Lenker aufs Gas und raste Richtung Zams davon. Dort warteten schon weitere Beamte auf das Fluchtfahrzeug. Einer der Polizisten stellte sich dem Trio dann auf einer entlegenen Straße in den Weg und erkannte in letzter Sekunde, dass er sein Leben nur noch durch einen Sprung zur Seite retten konnte. Erst eine weitere Straßensperre im Industriegebiet von Zams beendete die filmreife Flucht des Trios.

Zuvor hatten die mutmaßlichen Kriminellen von Dezember bis Ende Jänner Einbrüche von Breitenbach bis Flirsch begangen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio insgesamt neun Einbrüche vor. Meist drangen die Angeklagten dabei über aufgezwängte Terrassentüren und Kellerfenster in Wohnhäuser ein und suchten dort gezielt nach Wertsachen, Schmuck, Uhren, Münzen. Aber auch Supermarkt-Gutscheine wurden gerne genommen.

Arg traf es einen Unterländer: Aus dessen Haus entwendeten zwei der Angeklagten hochwertige Uhren, Goldbarren und Bargeld im Beutewert von 35.000 Euro. Ohne die Ermittlungsarbeit der Polizei wäre das wohl auch so weitergegangen – hatten die Männer bei ihrer Verhaftung doch schon wieder Socken über die Schuhe gezogen und Einbruchswerkzeug im Fahrzeug. In Österreich war das Trio laut Polizei übrigens vorher noch nie strafrechtlich angefallen. (fell)