Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.08.2016


Tirol

Fiaker quälten erschöpftes Pferd in Tirol

(Symbolbild)

© Murauer(Symbolbild)



Innsbruck – Vor den Augen etlicher Passanten und Touristen spielte sich im Februar in einer Fremdenverkehrsgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land Tierleid ab. Wurden doch drei Fiaker dabei gefilmt, als sie ein vor dessen Anhänger am Asphalt liegendes Pferd durch Zerren an den Ohren und an den Kopfhaaren sowie durch Tritte gegen den Bauch wieder zum Aufstehen bewegen wollten. Anrufe bei der Polizei setzten dem Treiben ein Ende. Erst nachdem ein Tierarzt herbeigerufen wurde, gelang es, das geschundene Pferd wieder auf die Beine zu bringen.

Gestern am Landesgericht mussten sich zwei Kosovaren und ein Slovake nun wegen Tierquälerei vor Richterin Verena Offer verantworten. Davon, dass sie das Friesenpferd Bellinda jedoch misshandelt hätten, wollten sie nichts wissen. „Ich trete doch nicht die Hand, die mich füttert!“, äußerte einer. Ein anderer fand es nicht ungewöhnlich, dass ein Pferd auch einmal am Boden schläft. Ganz im Gegenteil zum Tierarzt, der dem Pferd als Zeuge einen akuten Erschöpfungszustand oder eine Krankheit attestierte: „Das Pferd ist ein Fluchttier und macht kein Schläfchen am Asphaltboden!“

Jeweils zur Hälfte bedingte 800 Euro ergingen unter Protest über die Fiaker. Bellinda ist wieder wohlauf. (fell)