Letztes Update am Do, 25.08.2016 13:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

US-Rapper Freddie Gibbs am 30. September in Wien vor Gericht

Kein Einspruch gegen Anklage wegen sexuellen Missbrauchs einer

wehrlosen Person. Der Musiker wird sich „nicht schuldig“ bekennen.

(Symbolfoto)

© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Wien – Der US-Rapper Freddie Gibbs wird die gegen ihn gerichtete Anklage wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person nicht beeinspruchen. Das gab Verteidiger Rudolf Mayer, einer seiner beiden Wiener Rechtsvertreter, am Donnerstag auf APA-Anfrage bekannt. Damit ist der Weg frei für den Prozess, der am 30. September vor einem Schöffensenat im Straflandesgericht stattfinden wird.

Gibbs steht im Verdacht, sich am 5. Juli 2015 nach einem Auftritt in einem Wiener Nachtklub an einer damals 17-Jährigen vergangen zu haben. Er soll das Mädchen und ihre 16 Jahre alte Begleiterin schon während des Gigs in der Grellen Forelle „angesungen“ und mit ihnen Blickkontakt aufgenommen haben. Backstage bekamen die Teenager dann alkoholische Getränke vorgesetzt. Der Rapper soll den angeschlagenen Zustand der Mädchen ausgenützt haben, um sie mit seiner Entourage mit ins Hotel zu bringen.

Laut Anklage soll Gibbs dort in seinem Zimmer mit dem älteren Mädchen gegen ihren Willen geschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben. Die 17-Jährige war - so die Staatsanwältin in ihrer Anklageschrift - aufgrund ihres benommenen Zustands nicht mehr in der Lage zu reagieren und sich zur Wehr zu setzen. Ein Leibwächter des Rappers soll sich währenddessen nebenan an der 16-Jährigen vergangen und im Anschluss auch noch dem zweiten Mädchen zugewandt haben.

Dass der Security-Mitarbeiter mit den Jugendlichen - offenbar ungeschützten - Sex hatte, dürfte aufgrund eines DNA-Tests feststehen. Der Leibwächter ist für die Justiz allerdings derzeit nicht greifbar. Er befindet sich in den USA. Sollte er seine Heimat nicht verlassen, dürfte es sich schwierig gestalten, seiner zwecks Strafverfolgung habhaft zu werden.

Europäischer Haftbefehl

Freddie Gibbs wurde dagegen zum Verhängnis, dass er im heurigen Frühjahr wieder durch Europa tourte. Er wurde auf Basis eines von der Wiener Justiz erlassenen Europäischen Haftbefehls am 2. Juni in Toulouse festgenommen und am 31. Juli an Österreich ausgeliefert. Gegen Hinterlegung einer Kaution von 50.000 Euro und Abgabe seines Reisepasses wurde er am vergangenen Donnerstag aus der U-Haft entlassen.

Der Musiker wird in der Verhandlung seine bisherige Verantwortung beibehalten und sich weiter „nicht schuldig“ bekennen. Seine Rechtsvertreter haben mehrfach betont, es gebe in diesem Fall „keine objektivierten Beweise“, dass der 34-Jährige überhaupt Sex mit dem halb so alten Mädchen hatte. Die 17-Jährige hatte Gibbs erst acht Monate nach dem angeblichen Missbrauch angezeigt. Ihrer Darstellung zufolge war ihr erst im Zuge von Flashbacks wieder in Erinnerung gekommen, dass sich nicht nur der Security-Mitarbeiter, sondern zuvor auch der Rapper an ihr vergangen hatte. (APA)


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