Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.08.2016


Justiz und Kriminalität

Haftbefehl nach brutalem Raub in Innsbruck

Der Überfall auf einen Libyer steht vor der Klärung: Ein Verdächtiger ist identifiziert.

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© APA/NeubauerSymbolfoto.



Innsbruck – Bei den Ermittlungen nach einem brutalen Überfall in der Innsbrucker Innenstadt ist die Kriminalpolizei einen vielleicht entscheidenden Schritt weitergekommen. Die Beamten konnten einen Verdächtigen ausforschen, sein Aufenthaltsort ist allerdings noch unbekannt.

Es war am Abend des 15. August (Feiertag), als ein 24-jähriger Asylwerber aus Libyen Opfer von drei Räubern wurde. Der Nordafrikaner saß mit einem Rumänen auf einer Bank am Marktplatz. Gegen 20.40 Uhr wurde er vom Trio angesprochen. Der Libyer kannte die Männer vom Sehen. So wusste er auch, dass es sich um zwei Tschetschenen und einen Ukrainer handelt. Die Osteuropäer boten dem Libyer Parfüms zum Kauf an. Allerdings zu einem überhöhten Preis, der 24-Jährige lehnte ab.

Beim Gespräch bemerkten die Täter, dass die Geldtasche des Asylwerbers gut gefüllt war. Plötzlich würgte ein Tsche­tschene den Libyer, riss ihn zu Boden und bedrohte ihn mit einem Messer. Der Komplize trat auf das wehrlose Opfer ein und der dritte Täter nahm die Geldtasche an sich. Dann flüchtete das Trio mit mehreren hundert Euro Beute. Noch am Marktplatz stiegen die Männer in ein Taxi und fuhren davon.

„Einen Tatverdächtigen haben wir mittlerweile identifizieren können“, sagt Ernst Kranebitter von der Innsbrucker Kripo: „Das Gericht hat einen Haftbefehl ausgestellt.“ Der konnte allerdings noch nicht vollzogen werden – „trotz intensiver Suche ist der Aufenthaltsort des Verdächtigen derzeit unbekannt“.

Die Polizei sucht aber nicht nur den Verdächtigen, sondern auch den Taxifahrer. Trotz Aufrufs in den Medien hat sich der wichtige Zeuge bisher noch nicht bei der Kripo (Tel. 059133/75-3333) gemeldet. Vor allem das Ziel der Fahrt interessiert die Ermittler. (tom)