Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 26.03.2017


Justiz und Kriminalität

Bahnhofspolizei: „Super, dass es sie gibt“

Die 48 Polizisten zeigen täglich Präsenz und haben damit viel erreicht. Rund zwei Monate nach Eröffnung der neuen Inspektion am Innsbrucker Hauptbahnhof fühlen sich Einheimische und Touristen sicherer.

Inspektionskommandant Herbert Haselwanter (rechts) bei der Abschlussbesprechung der sicherheitspolizeilichen Schwerpunktkontrolle. Mit zehn Polizisten wurden der Bahnhofsbereich, der Busbahnhof, die umliegenden Straßen und ein Wettlokal kontrolliert.

© Thomas Boehm / TTInspektionskommandant Herbert Haselwanter (rechts) bei der Abschlussbesprechung der sicherheitspolizeilichen Schwerpunktkontrolle. Mit zehn Polizisten wurden der Bahnhofsbereich, der Busbahnhof, die umliegenden Straßen und ein Wettlokal kontrolliert.



Von Brigitte Warenski

Innsbruck – „Es kommen zu uns nicht nur Menschen, die einen Diebstahl anzeigen wollen. Es gibt auch Reisende, die nach dem Weg zu ihrem Hotel fragen“, erzählt Herbert Haselwanter, Kommandant der neuen Polizeiinspektion am Innsbrucker Hauptbahnhof. Dass er und seine 47 Mitarbeiter des Öfteren sogar als „Tourismusinformation“ herhalten müssen, nimmt man gelassen in Kauf: „Wir sind ja eine Bürgerserviceeinrichtung und es ist klar, dass die Polizei an einem Ort wie einem Bahnhof halt in vielen Belangen die erste Anlaufstelle ist“, sagt Haselwanter lächelnd.

Die Dienststelle, die seit 1. Februar 2017 rund um die Uhr als Servicestelle zur Verfügung steht, „wird sehr gut angenommen. An Spitzentagen betreuen wir in der Inspektion bis zu 35 Parteien“, erzählt Haselwanter. Doch die vier weiblichen und 44 männlichen Bahnhofspolizisten haben natürlich jede Menge andere Aufgaben: Sie patrouillieren regelmäßig zu Fuß in Uniform und Zivil rund um den Hauptbahnhof und die angrenzenden Straßenzüge. „Wir sind zudem erste Kontaktstelle in fremdenrechtlichen Belangen und haben einen Sonderdienst, was heißt, dass wir andere Inspektionen im Stadtgebiet bei Bedarf unterstützen“, so Haselwanter.

Dass die Präsenz der Beamten nach nicht einmal zwei Monaten Früchte trägt, freut ihn und sein Team besonders. „Es war unser Bestreben, dass der Hauptbahnhof wieder als sicherer Ort wahrgenommen wird, und wie das Feedback der Menschen zeigt, ist uns das gelungen. In Gegenden wie der Sterzinger Straße gegenüber vom Busbahnhof werden wir z. B. zu fast keinen Einsätzen mehr gerufen.“ Sind die Beamten unterwegs auf Streife, gibt es immer wieder ein „‚Dankeschön‘ und ein ‚Super, dass es Sie gibt‘“. Wie ruhig es in der Bahnhofsgegend geworden ist, zeigt sich heute bei der so genannten „sicherheitspolizeilichen Schwerpunktkontrolle“.

Gleich zehn Beamte schwärmen aus, es geht durch das Bahnhofsgebäude über den Busbahnhof zu den umliegenden Straßen und in ein Wettlokal. Weil dort Personenkontrollen durchgeführt werden, haben die Beamten ihren Fahndungslaptop dabei, mit dem sie sofort erkennen, „ob zum Beispiel nach einer Person gefahndet wird oder ob Asylwerber die notwendigen Dokumente bei sich führen“. Heute ist es ein Libyer, der die Polizisten auf die Inspektion begleiten muss. Er hat zwar eine gültige Aufenthaltsbewilligung für Holland, aber keine gültigen Reisedokumente. „Höchstwahrscheinlich wird er aufgefordert werden, Österreich zu verlassen. Aber das fällt nicht mehr in unsere Zuständigkeit“, sagt Haselwanter.

Kontrolle im Wettlokal mit dem Fahndungslaptop
Kontrolle im Wettlokal mit dem Fahndungslaptop
- Thomas Boehm / TT

Polizeiinspektion am Hauptbahnhof Innsbruck

Dienststelle: Die neue Polizeiinspektion (PI) Bahnhof hat am 1. 2. 2017 ihren Vollbetrieb aufgenommen. Dort verrichten 44 Polizisten und 4 Polizistinnen ihren Dienst. Täglich stehen zwischen 15 und 18 PolizistInnen der Inspektion zur Verfügung. Inspektionskommandant ist Chefinspektor Herbert Haselwanter.

Bilanz: Seit Aufnahme des Vollbetriebs gab es 1495 Kontrollen, 175 (mitunter kurzzeitige) Festnahmen bzw. Vorführungen, 280 Verwaltungsanzeigen und es wurden 685 Parteien betreut.

Sicherheit: Im Bahnhofsgebäude sorgt zudem die ÖBB-Security für Sicherheit, vor dem Bahnhof die MÜG (Mobile Überwachungsgruppe). Ausgenommen sind Strafrechtsdelikte.