Letztes Update am Fr, 24.03.2017 15:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Frau auf Kreuzfahrt verschwunden, Ehemann droht Anklage

Ein Deutscher war im Februar in Rom festgenommen worden, nachdem seine chinesische Frau auf der Kreuzfahrt im Mittelmeer spurlos verschwunden war.



Rom – Einem Deutschen, der auf einer Kreuzfahrt seine Frau umgebracht haben soll, droht eine Anklage wegen Mordes. Das sagte sein Anwalt Luigi Conti der Deutschen Presse-Agentur in Rom. Er wies Berichte als Spekulation zurück, wonach der Mann seine Frau getötet, in einen Koffer gesteckt und über Bord geworfen haben könnte.

Der Mann aus Eberswalde bei Berlin war im Februar in Rom festgenommen worden, nachdem seine chinesische Frau auf der Kreuzfahrt im Mittelmeer spurlos verschwunden war. Er sitzt seitdem in der italienischen Hauptstadt in Untersuchungshaft und weist eine Schuld von sich. Seine Frau sei absichtlich in Griechenland von Bord der „MSC Magnifica“ gegangen, lässt der Mann über den Anwalt ausrichten. Er habe sich keine Gedanken gemacht, weil sie ähnliches auch vorher schon gemacht habe.

Von der Frau gebe es immer noch keine Spur, sagte sein Anwalt Conti. „Wir wollen, dass die Behörden nach einer vermissten Person suchen, nicht nur nach einer Leiche.“

Das Paar lebte zuletzt in Irland und hat zwei kleine Kinder, die in Rom von den Behörden betreut würden, so Conti. Sie sollten aber nach Möglichkeit nach Deutschland zu Verwandten des Verdächtigen gebracht werden. Die Mutter der Verschwundenen hätte den Mann im Gefängnis in Rom besucht, sagte der Anwalt. (dpa)