Letztes Update am So, 02.04.2017 09:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

Tote im Inn ist wohl vermisste Wörglerin, erneute Festnahme

Wasserrettung und Feuerwehr haben am Samstagvormittag eine Leiche beim Innrechen in Kirchbichl geborgen. Die Tote trug die gleichen Kleider wie die Vermisste.

Anfang April wurde die weibliche Leiche aus dem Inn bei Kirchbichl gezogen.

© Zeitungsfoto.atAnfang April wurde die weibliche Leiche aus dem Inn bei Kirchbichl gezogen.



Von Alexandra Plank

Kirchbichl – Beim Inn­rechen in Kirchbichl wurde am Samstag in den Morgenstunden die Leiche einer Frau entdeckt. Die Einsatzkräfte der Wasserrettung und der Feuerwehr bargen diese. Die Tote wurde sofort zur weiteren Abklärung in die Innsbrucker Gerichtsmedizin überstellt. Zunächst hieß es seitens der Polizei, man könne nicht bestätigen, ob es sich um die zweifache Mutter aus Wörgl handle, die seit 2. Februar abgängig ist.

Das Verschwinden der 26-Jährigen hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem wahren Krimi entwickelt. Mitte März wurde ein naher Verwandter wegen des Verdachtes des Mordes verhaftet. Er hatte jedoch stets beteuert, mit dem Verschwinden nichts zu tun zu haben. Anfang der Woche wurde der Mann aus der Haft entlassen.

Samstagnachmittag überschlugen sich dann die Ereignisse. Wie Thomas Willam, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärte, ergaben erste Untersuchungen der Kleidung der Leiche, dass diese mit jener der vermissten 26-jährigen Wörglerin übereinstimmt. Die zweifache Mutter war Anfang Feber nicht von der Arbeit nach Hause gekommen. Letzte Gewissheit, ob es sich um die Frau handelt und wie sie zu Tode gekommen ist, soll die Obduktion der Leiche bringen, Ergebnisse werden für Montag erwartet.

Jedenfalls ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um die Vermisste handelt, so hoch, dass der Hauptverdächtige, in diesem Fall der nahe Verwandte, neuerlich verhaftet wurde. Es gilt die Unschuldsvermutung. „Wir mussten ihn beim ersten Mal vor allem deshalb gehen lassen, da wir keine Leiche hatten und eine Bluttat nicht beweisen konnten“, so Willam.

In dem Fall gab es von vornherein viele Ungereimtheiten. Die Familie der Frau hatte nie glauben wollen, dass sich die junge Mutter aus dem Staub gemacht habe. Der Tatverdächtige hatte die 26-Jährige von der Arbeit abgeholt, laut seiner Aussagen sei sie dann aber in ein anderes Auto eingestiegen.