Letztes Update am Fr, 07.04.2017 10:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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A4-Flüchtlingsdrama: Ungarische Polizei schloss Ermittlungen ab

Neun Tatverdächtige sollen angeklagt werden, acht Männer befinden sich bereits in U-Haft, nach einem wird gesucht.

Einsatzkräfte der Polizei und der Spurensicherung neben dem abgestellten Lkw, in dem die toten Flüchtlinge gefunden wurden.

© APA/ROLAND SCHLAGEREinsatzkräfte der Polizei und der Spurensicherung neben dem abgestellten Lkw, in dem die toten Flüchtlinge gefunden wurden.



Budapest – Die ungarische Polizei hat Ermittlungen im Zusammenhang mit 71 toten Flüchtlingen abgeschlossen, die im August 2015 in einem Kühllaster an der Ostautobahn (A4) im Burgenland gefunden worden waren. Die Behörde gab die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiter und schlug vor, neun Tatverdächtige anzuklagen, wie die Polizei am Freitag auf ihrer Webseite mitteilte.

Die neun Männer werden der Schlepperei beschuldigt, vier von ihnen darüber hinaus des Totschlags. Allen wird angelastet, die Delikte im Rahmen einer kriminellen Vereinigung begangen zu haben.

Acht Männer in U-Haft, einer flüchtig

Acht der Männer - ein Afghane und sieben Bulgaren - befinden sich in Ungarn in Untersuchungshaft. Ein weiterer beschuldigter Bulgare wird noch gesucht. Die Staatsanwalt muss nun über die Erhebung einer Anklage entscheiden. Dafür gibt es eine Frist von 30 Tagen, die nötigenfalls noch um 30 Tage erweitert werden könnte.

Die 71 Leichen waren am 27. August 2015 in einem Kühllastwagen entdeckt worden, der verlassen an der A4 bei Parndorf stand. Die Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan waren noch auf ungarischem Gebiet im völlig überfüllten Laderaum qualvoll erstickt. (APA/dpa)

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