Letztes Update am Fr, 21.04.2017 07:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Gerichtsurteil aufgehoben: Arkansas richtet Häftling hin

Erstmals seit zwölf Jahren wurde im US-Bundesstaat Arkansas ein Häftling getötet. Die Vollstreckung des Urteils folgt auf ein dramatisches Tauziehen.

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Little Rock – Das Oberste Gericht im US-Staat Arkansas hat am Donnerstagabend (Ortszeit) den Einsatz der zuvor verbotenen Hinrichtungsdroge Vecuronium erlaubt. Nach dem dramatischem gerichtlichem Tauziehen hat der US-Staat Arkansas daraufhin noch in der Nacht zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder einen Häftling hingerichtet. Der 51-jährige verurteilte Mörder Ledell Lee starb am späten Donnerstagabend (Ortszeit) im Gefängnis von Grady an einer Giftspritze, wie die Zeitung „Arkansas Democrat-Gazette“ berichtete.

Lee ist einer von acht Gefangenen, die Arkansas ursprünglich vom Ostermontag an in einer Zeitspanne von nur elf Tagen exekutieren wollte. Verschiedene Gerichtsentscheidungen haben jedoch zu einer zumindest vorläufigen Blockade von sieben der Hinrichtungen geführt.

Das Oberste Gericht in Arkansas hob nach Angaben des örtlichen Senders KFSM am Donnerstag die einstweilige Verfügung einer Bezirksrichterin gegen den Gebrauch von Vecuronium auf, einem von drei Mitteln, die Gefangenen bei der Hinrichtung eingespritzt werden. Die Richterin war einer Klage des Pharmahändlers McKesson gefolgt: Er hatte dem US-Staat vorgeworfen, beim Kauf des Mittels vorgetäuscht zu haben, das Mittel zu medizinischen Zwecken benutzen zu wollen.

Arkansas hatte es mit den Hinrichtungen so eilig, weil die Haltbarkeit der Arznei Midazolam Ende des Monats abläuft, das ebenfalls Teil des Giftcocktails ist. Die Verwendung dieser Substanz ist wegen Berichten über qualvolle Tode höchst umstritten. (TT.com/APA/dpa)

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