Letztes Update am Do, 11.05.2017 10:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Fall Franco A.: 2500 rechtsextreme Verdachtsfälle bei der Bundeswehr

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat angkündigt, in der Truppe aufräumen zu wollen. Da hat sie viel zu tun.

Nach dem Terrorskandal rund um den Oberleutnant Franco A. will Ursula von der Leyen in der Bundeswehr für Ordnung sorgen. Sie steht aber selbst in der Kritik.

© REUTERSNach dem Terrorskandal rund um den Oberleutnant Franco A. will Ursula von der Leyen in der Bundeswehr für Ordnung sorgen. Sie steht aber selbst in der Kritik.



Düsseldorf – Der deutsche Militärische Abschirmdienst (MAD) hat seit dem Ende der Wehrpflicht in Deutschland mehr als 2500 rechtsextremistische Verdachtsfälle bei der Bundeswehr registriert. Das berichtete die Rheinische Post am Donnerstag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Dabei zeigte sich demnach eine deutlich abnehmende Tendenz von 585 Fällen im Jahr 2010 auf 227 Fälle im vergangenen Jahr.

In diesem Jahr ging der MAD bisher 104 rechtsextremistischen Verdachtsfällen nach. Der Verdacht habe sich allerdings nur in einem bis 7,2 Prozent der Fälle und damit in einem ganz geringen Teil erhärtet.

Derzeit wird die deutsche Bundeswehr vom Skandal um den terrorverdächtigen Offizier Franco A. erschüttert. Der mutmaßlich rechtsextreme Oberleutnant hatte sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und plante offenbar einen Anschlag.

Neben Franco A. sind inzwischen auch ein Student sowie ein weiterer Soldat in Haft. In diesem Zusammenhang sorgte auch der Fund von Wehrmachts-Erinnerungsstücken wie Helmen oder Soldatenbildern in Kasernen für Aufsehen. (APA/AFP)