Letztes Update am Do, 29.06.2017 10:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

17-Jähriger bestellte sich übers Darknet Drogen nach Innsbruck

Mindestens zehn Mal soll der gebürtige Franzose Drogen aller Art geordert haben. Sein reger Konsum wurde ihm schließlich zum Verhängnis.

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Innsbruck – Das Darknet – Tummelplatz für illegale und halb-legale Tätigkeiten, die vor den Augen Justitias am besten verborgen bleiben sollen – wiegt viele Akteure in Sicherheit. Das Einkaufen mit der anonymen Währung Bitcoin gilt in vielen Fällen als sicher und günstig.

Auch ein 17-jähriger gebürtiger Franzose, der in Tirol wohnt, wähnte sich in dieser trügerischen Sicherheit, als er in den vergangenen Monaten mehrmals Drogen über das Darknet kaufte. Dass ihm die Polizei dabei auf die Finger schaute, war ihm wohl nicht bewusst. Der junge Mann ließ sich die Drogen – laut Auskunft von der Abteilung für Drogenkriminalität im Stadtpolizeikommando Innsbruck „alles quer Beet“ – an ein angemietetes Postfach in Innsbruck liefern. Doch auf Internetkriminalität spezialisierte Polizeiabteilungen in Frankfurt und Wien kamen dem Burschen auf die Schliche und meldeten die auffälligen Sendungen an das Kriminalreferat Innsbruck.

Eigenverbrauch oder Dealerei?

Wie die Ermittlungen ergaben, dürfte der junge Mann mindestens zehn Bestellungen zwischen Mitte März und Mai durchgeführt haben. „Er kaufte MDMA (Ecstasy, Anm.), Speed, Cannabis, geringe Mengen Kokain und Ritalin“, so ein Kripo-Beamter aus Innsbruck. Gegenüber der Polizei gab der 17-Jährige an, die Drogen für den Eigenverbrauch gekauft zu haben. Die Polizisten ermitteln aber auch in Richtung Dealertätigkeit, da davon auszugehen ist, dass der Mann einen Teil der Ware mit Gewinn weiterverkauft haben dürfte, um sich seinen Eigenkonsum finanzieren zu können. Außerdem wird untersucht, ob der 17-Jährige noch weitere Einkäufe getätigt hat. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt. (TT.com)