Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.07.2017


Bezirk Innsbruck-Land

Schon neun Vorfälle: Polizei sucht Saboteur vom Glungezer

Die Polizei ersucht um Hinweise zum Lenker eines orangen Motocross-Motorrads. Das Ziel des Täters ist es offenbar, die Liftanlagen lahmzulegen.

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© ZOOM.TIROL



Von Thomas Hörmann

Tulfes – Wer ist der Saboteur vom Glungezer? Wie jetzt bekannt wurde, haben die Sabotageakte auf die Liftanlagen nicht erst Mitte Juni begonnen. „Das ging schon 2014 los“, bestätigt ein Beamter der Polizeiinspektion Hall: „Die Vorfälle wurden damals allerdings nicht angezeigt. Inzwischen hat es einen Besitzerwechsel gegeben.“

Und inzwischen hat auch der unbekannte Täter (die TT berichtete) wieder zugeschlagen: „Dreimal im Juni, beim vierten Mal am 1. Juli blieb es beim Versuch“, zählt Gilbert Bachmann, Betriebsleiter der Glungezerbahn, auf. Unterm Strich dürften seit 2014 neun Sabotage-Akte auf das Konto des Unbekannten gehen.

Das Ziel des Täters ist es offenbar, die Liftanlagen lahmzulegen: So zog er bei den Sabotageakten im Juni in einer Station ein Kabel aus dem Kasten, zwickte es ab und steckte es dann wieder an. „Der Schäden waren gering, aber es dauerte halt, bis wir die Fehler gefunden hatten“, so Bachmann weiter. Zu spät für einen pünktlichen Liftstart am Morgen: „Wir haben einen Shuttle-Dienst mit den Firmenfahrzeugen eingerichtet, um die Leute nach oben zu bringen“, erinnert sich der Betriebsleiter. Bei einer früheren Tat ging der Unbekannte rustikaler vor: „Einmal steckte er eine Eisenstange zwischen die Seilrollen des Lifts“, ergänzt der Haller Polizist.

Bis einschließlich 20. Juni schlug der Saboteur immer in den Nachtstunden zu. Beim letzten Vorfall am 1. Juli änderte er allerdings seine Taktik: Er wartete, bis der Sessellift in Betrieb ging. Passagiere waren allerdings noch nicht an Bord. „Unser Maschinist machte gerade die Kontrollfahrt. Als er über eine Kuppe kam, sah er eine Person mit einem grau gesprenkelten Sturzhelm, die sich am Kasten an der Liftstütze zu schaffen machte“, schildert Bachmann. Der Kasten enthält die Signalkabel, die die Kommunikation zwischen Tal- und Bergstation ermöglichen. Eine Unterbrechung würde den Lift stoppen. Dazu kam es allerdings nicht: Der Maschinist schrie den Saboteur an und schlug ihn in die Flucht: „Er lief zu einem orange-schwarz-weißen Motocross- oder Trialmotorrad zwischen den Bäumen und fuhr in Richtung Tal davon“, sagt der Betriebsleiter. Das Zweirad hatte weder Licht noch Kennzeichen. „Wir vermuten daher, dass der Täter aus dem Mittelgebirge kommt und eine Ahnung von Liftanlagen hat“, ersucht der Haller Polizist weiter um Hinweise. Merkmale, die nach einem verärgerten Ex-Mitarbeiter klingen. Das schließt der Betriebsleiter allerdings aus: „Wir haben eine Stammmannschaft, die seit Jahren unverändert ist.“




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