Letztes Update am Fr, 13.10.2017 08:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

38-Jähriger in Texas wegen Mordes an Gefängniswärter hingerichtet

Ein 38-Jähriger saß seit seinem 15. Lebensjahr in Haft. Nun wurde er hingerichtet. Obwohl eindeutige Beweise gegen ihn fehlen.

Der Hinrichtungsraum im San Quentin State Prison in Kalifornien (Symbolbild).

© ReutersDer Hinrichtungsraum im San Quentin State Prison in Kalifornien (Symbolbild).



Washington – Im US-Staat Texas ist ein Häftling hingerichtet worden, der seit dem Alter von 15 Jahren im Gefängnis saß. Der Robert Pruett wurde am Donnerstagabend wegen der Ermordung eines Gefängniswärters hingerichtet, wie die Behörden mitteilten. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof letzte Rechtsmittel gegen die Vollstreckung des Todesurteils abgelehnt, obwohl eindeutige Beweise gegen den 38-Jährigen fehlten.

Pruett war im Alter von 15 Jahren als mutmaßlicher Komplize seines Vaters in einem Mordfall festgenommen worden. Er wurde zu 99 Jahren Haft verurteilt. Grundlage war ein höchst umstrittenes Gesetz in Texas, wonach ein Komplize die gleiche Strafe bekommt wie der Mörder.

Fünf Jahre später wurde Pruett zum Tode verurteilt, weil er einen Gefängniswärter erstochen haben soll. Dieser hatte einen negativen Bericht über ihn verfasst. Pruett hat die Tat stets bestritten und sich als Opfer eines Komplotts bezeichnet. Klare Beweise für seine Schuld fehlten. Seine Hinrichtung am Donnerstag war die zwanzigste in diesem Jahr in den USA und die sechste in Texas. (APA/AFP)