Letztes Update am Di, 17.10.2017 13:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Verfahren gegen Gebirgsjäger nach Sex-Vorwürfen eingestellt

Den fünf Beschuldigten im deutschen Bundeswehr-Skandal konnten die Sex-Vorwürfe und politisch motivierten Taten nicht nachgewiesen werden.

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Traunstein – Die Justiz in Deutschland hat ihre Ermittlungen gegen mehrere Angehörige der Bundeswehr wegen sexueller Belästigung und Volksverhetzung eingestellt. Die Sex-Vorwürfe und etwaige politisch motivierte Taten hätten fünf Beschuldigten nicht nachgewiesen werden können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Die Vorwürfe gegen die Gebirgsjäger der Hochstaufen-Kaserne im bayerischen Bad Reichenhall waren zu Jahresbeginn bekanntgeworden. Seit Februar ermittelte die Justiz. Ein Soldat eines unteren Dienstgrades hatte laut einem Schreiben des Verteidigungsministeriums den Vorwurf erhoben, er sei von Kameraden und Vorgesetzten zwischen November 2015 und September 2016 sexuell belästigt und genötigt worden.

Interne Untersuchungen eingeleitet

Die Bundeswehr leitete interne Ermittlungen ein und informierte die Staatsanwaltschaft. Das Ministerium sprach von „äußerst bedauerlichen und vollkommen inakzeptablen“ Vorfällen.

Die Gebirgsjäger gelten als Elitetruppe der Bundeswehr. Sie sind für den Einsatz unter extremen Witterungs- und Geländebedingungen ausgebildet und ausgerüstet. Angehörige der 5300 Soldatinnen und Soldaten umfassenden Gebirgsjägerbrigade 23 mit Sitz in Bad Reichenhall waren mehrfach in Skandale verwickelt. So gab es in einer Kaserne ekelerregende Aufnahmerituale wie etwa das Essen von rohen Schweineinnereien. (APA/dpa)