Letztes Update am Do, 19.10.2017 10:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sardinien

Hirte schnitt 135 Schafen und vier Hunden aus Wut die Kehle durch

Weil die Milch seiner Schafe erneut von der Erzeugergenossenschaft abgelehnt wurde, brannten bei einem 62-jährigen Hirten sämtliche Sicherungen durch.

Die Polizei fand die Kadaver von 135 Schafen und vier Hirtenhunden.

© Twitter/SassariDie Polizei fand die Kadaver von 135 Schafen und vier Hirtenhunden.



Ploaghe — Dass die Erzeugergenossenschaft die Milch seiner Schafe abgelehnt hat, brachte einen 62-jährigen Hirten auf Sardinien derart in Rage, dass er seine gesamte Herde regelrecht abschlachtete: Der Italiener schnitt insgesamt 135 Schafen und vier Hirtenhunden mit einem Messer die Kehlen durch und suchte dann das Weite — bis jetzt wird nach ihm gefahndet. Das berichtete suedtirolnews.it am Donnerstag.

Zugetragen haben dürfte sich das Massaker vor rund einer Woche in einem Dorf in der Provinz Sassari auf Sardinien. Nachdem die Milcherzeugergemeinschaft einmal mehr die Milch seiner Tiere abgelehnt hatte, brannten bei dem 62-Jährigen wohl sämtliche Sicherungen durch. Er nahm ein Messer und tötete ein Schaf nach dem anderen. Vier Maremmano-Schäferhunde wurden ebenfalls niedergestreckt und in einer Blutlacke zurückgelassen.

Ein Hund überlebte

Erst durch den starken Verwesungsgeruch wurden mehrere Viehzüchter in der Umgebung stutzig — sie verständigten die Forstpolizei, die schließlich die schrecklich zugerichteten Kadaver der Schafe und Hunde fand. Wie sich herausstellte, hatte ein Schäferhund das Massaker überlebt — er konnte von Förstern gerettet werden und wurde von Tierärzten versorgt.

Laut suedtirolnews.it war der 62-jährige Hirte kein unbeschriebenes Blatt. Die Milch seiner Herde war demnach bereits mehrmals von der Erzeugergemeinschaft abgelehnt worden, da sie stark bakteriell belastet gewesen sein soll. Offenbar war es für Veterinärmediziner seit Jahren unmöglich, die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen durchzuführen. Die Polizei fahndet seit dem Fund der toten Herde nach dem 62-Jährigen.

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Er gilt als gefährlich und kam bereits 1998 mit der Justiz in Kontakt. Damals soll er auf seinen Nachbarn geschossen haben — er wurde anschließend kurzzeitig in eine psychiatrische Haftanstalt eingeliefert. (TT.com)




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