Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.11.2017


Tirol

Prozess um verstrahlte Chemie stockt

Schon im März wurde wegen des Strahlenunfalls in der Alten Chemie Anklage erhoben. Jetzt hieß es aber zurück zum Start.

Nach dem Strahlenunfall musste die Chemie-Uni im Mai 2013 gesperrt werden.

© BöhmNach dem Strahlenunfall musste die Chemie-Uni im Mai 2013 gesperrt werden.



Innsbruck – Im April 2013 kam es in Innsbruck zu einem Ereignis mit lokalem Seltenheitswert. So war beim Umsiedeln des letzten Chemie-Instituts der Universität Innsbruck von der „Alten Chemie“ am Inn­rain in den Neubau des „Centrums für Chemie und Biomedizin“ im Altgebäude radioaktive Strahlung entwichen. Dazu war es in Seibersdorf zur Kontaminierung von Entsorgungsmitarbeitern gekommen. Nach vier Jahren und zwei Gutachtern wurde von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen damaligen Professor und dessen Assistentin wegen des Vergehens des fahrlässigen Umgangs mit Kernmateria­l und radioaktiven Stoffen erhoben.

Seitdem herrscht bei Gericht dazu jedoch Funkstille. Nach einem Einspruch von Verteidiger Albert Heiss wurde der Strafantrag mittlerweile behoben, wie LG-Vizepräsident Andreas Stutter gestern auf Anfrage der TT bestätigte. Zur Frage, ob der Professor und seine Assistentin bei der Verpackung des nuklearen Materials nämlich gegen die Bestimmungen des Strahlenschutzes tatsächlich verstoßen haben, benötigt es nun noch ein Sachverständigen­gutachten. Bislang hatte dazu nur das Ministerium Stellung genommen. (fell)

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