Letztes Update am Do, 07.12.2017 08:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Buwog-Prozess

Früheres Gutachten bezog sich auf späteres: Verwirrung um Grasser

Zwei von Grasser-Anwälten präsentierte Privatgutachten stifteten mit den Datumsangaben Verwirrung. Wie die Anwälte nun erklärten, habe eines der Gutachten bereits lange als Entwurf vorgelegen.

Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser mit Anwalt Manfred Ainedter.

© REUTERSDer ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser mit Anwalt Manfred Ainedter.



Wien/Linz – Die Anwälte von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser haben vergangene Woche bei einer Pressekonferenz zwei Privatgutachten präsentiert, die die nach Ansicht der Anwälte bestehende „mediale Vorverurteilung“ gegen ihren Mandanten belegen. Darin wurden ausführlich zahlreiche Medienberichte, Kabarettauftritte etc. analysiert, beim Datum allerdings tun sich Ungereimtheiten auf.

Denn das Gutachten von der an der Universität Linz tätigen Professorin Katharina Pabel ist mit 27. Februar datiert - und beruft sich inhaltlich auf das Gutachten des deutschen Anwalts Ralf Höcker, dessen Gutachten allerdings mit 6. Oktober 2017 datiert ist.

Auf APA-Anfrage, wie ein früheres Gutachten auf ein später erstelltes Papier verweisen könne, heißt es dazu von Grassers Anwälten Norbert Wess und Manfred Ainedter: „Das Gutachten Höcker lag Frau Prof. Pabel bereits über lange Zeit im (jeweiligen) Entwurf vor, Prof Höcker hat dieses stets noch weiter aktualisiert, um bis zum Schluss die laufende mediale Berichterstattung berücksichtigen zu können. Für Frau Prof. Pabel war der Entwurf im Februar 2017 bereits ausreichend, um ihre verfassungsrechtlichen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, die Endausfertigung von Herrn Prof. Höcker bzgl. seines Gutachtens erfolgte sodann erst zeitlich danach.“ (APA)